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Elf Regeln für guten Ruf im Web 2.0

Am Montag 3 August 2009 von Thomas

Auffallen im Web 2.0 - aber bitte positiv

Auffallen im Web 2.0 - aber bitte positiv

Bisschen quatschen, bisschen meckern, bisschen zu viel privates oder zu wenig geschäftliches preis geben – wer falsch kommuniziert in der Community, kann sich im schlimmsten Fall Ärger mit den Abmahn-Anwalt bescheren. Suchmaschinenexperte Eric Brantner gibt 11 Tipps, wie nichts schief gehen kann.

Brantner hat im englischsprachigen Blog des Web-Unternehmens Digital Labz hier seinen Online-Knigge veröffentlicht. Hier seine empfohlenen Do’s and Don’ts auf Deutsch:

1. Kategorischer Imperativ


Behandle den anderen so, wie auch du behandelt werden willst, das gilt in der wahren Welt ebenso wie in der virtuellen. Im Web muss zwar keiner seinen Sitzplatz für die gebrechliche alte Dame freimachen, aber Respekt und Rücksichtnahme gegenüber den anderen Mitgliedern ist trotzdem angesagt. Und wie im Bus gilt auch hier: Halten Sie sich an die Regeln des Verantwortlichen, in dem Fall des Portals.

2. Biblische Moral


Geben ist seeliger denn nehmen: Sie melden sich in einem Social Network an, um auf sich (und ihr Unternehmen) aufmerksam zu machen? Dann tun Sie etwas dafür: Schreiben Sie Beiträge, regen Sie neue Themen an, bringen Sie Ideen ein. Und: Wie auf einer Party, zählt auch im Web der erste Eindruck. Wer neu den Raum betritt, sollte keine Polemiken oder Generalkritiken verbreiten. Zumindest nicht am Anfang.

Hat ein anderer Partygast eine technische Frage, die Sie beantworten können, tun Sie das – auch wenn Sie vielleicht normalerweise mit dieser Dienstleistung Geld verdienen würden. Für Rechtsberatung gilt das übrigens nicht! Oft schreiben Community-Mitglieder nur Kürzel wie RTFM (Read the f****** manual, Lies das Handbuch) oder “Google ist Dein Freund”. Dann lieber gar nichts schreiben.

3. Trolle bitte nicht füttern

Es galt bereits zu den Urzeiten des Webs im Usenet die Etiquette, dass Labertaschen und Choleriker (landläufig “Trolle” genannt) schnell aus Diskussionsgruppen entfernt wurden, indem man sie sperrte oder zumindest kollektiv ignorierte. Halten Sie es am besten auch so, denn eine Diskussion mit einem “Troll” läuft immer wieder schematisch ab: “Erst zieht er Sie auf sein Niveau runter und dann schlägt er Sie durch die größere Erfahrung”. Gehen Sie gar nicht darauf ein und Sie sparen sie Zeit und Nerven.

5. Verleumdungen verboten

Probleme mit einem anderen Nutzer sollten im Eins-zu-Eins-Kontakt geklärt werden, auf keinen Fall aber zur öffentlichen Diffamierungskampagne werden. Digitales Mobbing kann genauso schlimm sein wie reales.

5. Nonsens bleibt Nonsens

Bitte keinen Nonsens schreiben.

6. Ehrlich währt am längsten

Wer seinen Ruf im Web mit fragwürdigen Mitteln wie Reputation-Management-Diensten aufzupolieren versucht, hat damit vielleicht kurzfristig Erfolg, wird irgendwann aber auffliegen. Vertuschen Sie Fehler und unvorteilhafte Bemerkungen nicht, die Sie vielleicht in der Vergangenheit im Web gemacht haben – gehen Sie offensiv damit um.

7. Verantwortung übernehmen
Die Anonymität des Netzes verleitet dazu, nicht zu seinen Äußerungen und Handlungen zu stehen. Manche Nutzer ändern Ihre Meinung schneller als ihre Unterhosen, lassen verbrannte Erde zurück und streiten später alles ab.
Übernehmen Sie die Verantwortung für das, was Sie tun, schreiben und sagen. Wer zu seinen Ansichten steht, verdient Respekt – egal, ob Ihr Gegenüber Ihre Auffassung teilt oder nicht.

8. Nicht zu schnell zu viel ausplaudern

Seien Sie nicht zu vorschnell damit, Beziehungen im Netz aufzubauen und mit persönlichen Informationen um sich zu werfen. Wer wirklich letztlich am anderen Ende der Leitung sitzt, weiß höchstens der, der ihn persönlich sehr gut kennt.

Geben Sie auch ganz besonders auf die Privatsphäre Ihrer virtuellen Bekannten acht: Veröffentlichen Sie keine privaten Details, reden Sie ihn öffentlich nicht einmal mit Vornamen an, wenn er diesen nicht selbst öffentlich verwendet!

9. Keine übermäßige Aufmerksamkeit fordern

Ist die Community erst einmal vergrault, lässt sie sich schwer wieder besänftigen. Aufmerksamkeitshascher, die nichts zu sagen haben, vergraulen die Community.

10. Zuhören

Sobald Ihnen jemand erzählt, dass er anderer Meinung ist als Sie, reagieren Sie im Web vielleicht anders als im wirklichen Leben: Sie erklären, warum Sie Recht haben und er keine Ahnung. Lieber nicht. Es gibt in Web-Gemeinschaften kaum etwas Schlimmeres als Rechthaberei.

Bedenken Sie die kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründe der anderen Community-Mitglieder, die teilweise aus ganz anderen Ecken der Erde stammen können. Sie wissen auch nicht alles, lernen Sie zuzuhören und nehmen Sie sich die Zeit, darüber nachzudenken.

11. Nett zueinander sein

Seien Sie nett zueinander. Und stehen Sie auch mal wieder für die alte Dame im Bus auf.

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