Online Communities
Neue Wege für Marketing und PR
Am Sonntag 12 Juli 2009 von Thomas

Vernetzen und Verkaufen: Social Community
Twitterst du schon, oder schläfst du noch? Wer sich mit den Spielarten der stetig wachsenden und an Reichweite gewinnenden Online-Communities anfreundet, wirkt nicht nur irgendwie modern. Messbare Erfolge für Public Relations und Marketing erwarten aufgeschlossene Unternehmen.
„Unternehmen, die nicht begreifen, dass ihre Märkte jetzt von Person zu Person vernetzt sind, daraus resultierend intelligenter werden und sich in Gesprächen vereinen, versäumen ihre beste Chance“, heißt es in der US-amerikanischen Studie Cluetrain Manifest.
Der Grund liegt auf der Hand: Die Sozialen Netzwerke laufen den von Verlagen publizierten Nachrichten-Seiten den Rang ab. Die Nutzer finden in ihren Communities Gleichgesinnte zum Ideen-Austausch und einen Kanal zum Mitmachen.
Klassische Medien auf den hinteren Plätzen
Die Top-Plätze der Medien-Nutzung gehören mittlerweile Online-Netzwerke wie “SchülerVZ” mit 155,44 Millionen Besuchern, wer-kennt-wen (151,15 Mio) und “ProSieben Online” (152,83 Mio). Das berichtete der Mediendienst Kress.de im Juni 2009.
Abgeschlagen dagegen ist Welt Online mit 19,97 Millionen Besuchern. Und auch Bild.de, Spitzenreiter unter den klassischen Medien-Angeboten im Netz, erreicht „nur“ knapp 100 Millionen Nutzer pro Monat.
Communities mit großer Reichweite
Die meistbesuchten Online-Netzwerke sind:
- Die VZ-Familie: StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ erreichten laut der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) im Mai 2009 mehr als 410 Millionen Visits.
- werkenntwen.de erzielte 150 Millionen Visits
- Myspace.de 55 Millionen Visits
- Lokalisten.de 40 Millionen Visits
- stayfriends.de immerhin mehr als 20 Millionen Visits
Solche Communities lohnen sich vor allem für Marketing-Maßnahmen, die auf Massenkonsum aus sind. Dafür werden dann aber auch die üblichen Werbe-Budgets fällig.
PR durch Themensetzung in Gruppen
Public Relations funktioniert in diesem Kontext vor allem über Diskussions-Foren, sogenannten Gruppen. So eine Gruppe ist nicht immer leicht konzipiert.
Die Gruppe sollte sich beispielsweise an den Kommunikations-Gepflogenheiten der Community orientieren. Ein gelungenes Beispiel sind die FashionAngels des Shopping-Clubs brands4friends. Dem Online-Shop gelang es mit einer über Gutscheine gestützten Weitersagen-Kampagne binnen weniger Monate 100.000de Mitglieder anzuwerben.
Ob etwas derartiges allerdings für einen mittelständischen Automobil-Zulieferer funktioniert, ist fraglich. Dennoch, Klappern gehört zum Handwerk.
Die Kleinen feinen
Für langfristige Kommunikation zu bestimmten Themen empfehlen wir neben den obligatorischen Profilen bei den großen Communities auch gezielte Kampagnen in kleineren Netzwerken.
Mit einem für 5 Euro monatlich noch sehr günstigen Premium-Account beim Geschäfts-Netzwerk Xing kann man umfangreiche Werkzeuge wie Gruppen-Newsletter, Termin-Hinweise oder Diskussionen nutzen.
Allerdings ist das aus Mitglieds-Beiträgen und Werbung finanzierte Zwitterwesen Xing derzeit vor allem mit neuen Anwendungen beschäftigt, die hauptsächlich werberelevante Page Impressions generieren sollen. Außerdem zahlen Aktionen bei Xing nicht direkt in die Unternehmens-Marke ein, sondern machen an erster Stelle das publizierende Mitglied, also eine Einzelperson, bekannt.
Der Micro-Blog-Dienst twitter.de hat einen guten Ruf. Und wer twittert, zeigt Lockerheit und weltmännische Internet-Affinität.
Allerdings ist die Mehrzahl der etwa 4,5 Millionen auf der Internet-Plattform angemeldeten Nutzern nicht aktiv, wie aus einer veröffentlichten Studie der Beratungsfirma HubSpot hervorgeht. Laut der Auswertung werden 90 Prozent der Tweets (veröffentlichte Kurzmeldungen) von nur zehn Prozent der Nutzer produziert. Egal, der Suchmaschine gefällt der zusätzliche Content allemal.
Auswerten, Testen, Messen
Facebook, MySpace, YouTube und Twitter eröffnen vor allem neue Wege für das einsammeln von Kunden-Feedback. Verpassen Sie diese Chance nicht. Gerade bei schlechten Nachrichten in Blogs und Communities können Sie mit einem aufgebauten und gepflegten Stamm zufriedener Kunden gezielte Gegenkampagnen starten.
Auswerten lassen sich die PR- und Marketing-Erfolge mit Webanalyse-Tools wie Omniture, etracker und Web Trends. Für Image-Bewertung empfehlen wir ethority. Ethority zeigt, wie viele Nutzer aus welchem Social-Media-Angebot auf die Seite kommen und woher die wertvollsten Transaktionen wie Internet-Käufe oder Registrierungen stammen.
Für Sparfüchse und für erste Schritte in der Social Media Welt tun es auch die Google-Alerts. Der „Alarm“-Service von Google liefert Reports über alle Suchergebnisse und die Anzahl an News zu einem Schlüsselwort.
Die Blog-Suchmaschine Technorati ist so eine Art Google Alert für Blogs. Professionelle Angebote für Agenturen und Unternehmen bieten beispielsweise radian6, scoutlabs.com, ethority, backtype, oder auch die individuell anpassbaren Yahoo! Pipes.
Schlagworte: Blogs, Internet Marketing, Social Media, Web 2.0
Dieser Beitrag wurde am Sonntag 12 Juli 2009 um 12:31 Uhr von Thomas veröffentlicht und unter Experten & Wissen gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Momentan ist weder das Kommentieren noch das Setzen eines Trackbacks möglich.
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