Strategie für Probleme

Krisen PR: Probleme richtig kommunizieren

Am Dienstag 14 Juli 2009 von Thomas

 

Krisen-PR: Konzept in der Schublade ist die halbe Miete

Krisen-PR: Konzept in der Schublade ist die halbe Miete

Schlechte Nachrichten verbreiten sich schnell. Jetzt ist rasches Handeln gefragt – aber bitte mit Strategie. Die wichtigsten Instrumente der Krisen-PR im Überblick.

 

Video: Mit PR und ohne Lügen aus der Krise


 

 


Die wenigsten Unternehmen haben einen Krisenplan. Doch wenn es Ärger mit Kunden und Lieferanten gibt, ist schnelles Handeln gefragt. Mit den richten Strategien können Sie die Auswirkungen schlechter Neuigkeiten steuern. Entscheidend dabei ist nachhaltige Kommunikation.

1. Erarbeiten Sie eine Strategie

Gehen Sie Probleme offen an, oder warten Sie lieber, bis sich die Wogen geglättet haben? Je nach Thema und Umfeld können beide Strategien erfolgreich sein.

Die Defensive scheint sich vor allem in der Politik als nützliche Haltung zu bewähren. Tauchen beispielsweise Gerüchte über gebrochene Koalitionsvereinbarungen auf, sind die Protagonisten tagelang nicht zu erreichen. Das öffentliche Interesse schwindet. Doch die Frage ist: Können Sie ein schwieriges Thema totschweigen?

 

In der empfehlenswerteren Offensive geht es vor allem darum, Vertrauen in Ihr Unternehmen wieder herzustellen. Kümmern Sie sich um Opfer oder Geschädigte. Treffen Sie Maßnahmen für die Zukunft. Verkünden Sie die Neuerungen am besten auf einer Pressekonferenz.

2. Demonstrieren Sie Sicherheit

Probleme offen anzusprechen bedarf eines gewissen Mutes. Aber Mut wird honoriert. Wer sich in schlechten Zeiten nicht versteckt, verdient sich den Respekt der Medien.

Nutzen Sie jede Chance, ihren Standpunkt klar darzustellen und demonstrieren Sie Handlungsfähigkeit. So bestimmen Sie die Richtung jedes redaktionellen Beitrags mit.

Informieren Sie proaktiv. Auch wenn Probleme der Sicherheit am Arbeitsplatz beispielsweise nicht unmittelbar mit dem Verhältnis zu Ihren Kunden zu tun haben müssen. Liefern Sie die Informationen lieber aus erster Hand.

3. Fassen Sie nach

Auch wenn Sie das Krisen-Thema gerne vergessen würden, ein Nachfassen bei Medien, Kunden und Partnern wirkt nicht nur souverän. Es zeugt auch von gutem Stil.

Und jeder Kunde und Geschäftsmann möchte lieber mit der ehrlichen Haut zusammenarbeiten, als mit einem ausgefuchsten Verschleierungs-Taktiker.

4. Betreiben Sie Reputations-Management

Auch wenn der Zeitpunkt zum Verkünden schlechter Nachrichten bereits Jahre zurückliegt; das Internet vergisst nie. Über eine einfache Suche mit Google kann ein Kunde oder Interessent in Sekundenschnelle mehr erfahren, als Ihnen lieb ist.

Wichtig ist, dass Sie mitreden. Behalten Sie Blogs und relevante Foren regelmäßig im Blick. Bleiben Sie mit den Internet-Meinungs-Machern auf Augenhöhe. Androhung von Rechtsmitteln ist meist keine gute Idee, so entsteht ein David-gegen-Goliath-Effekt.

Gehen Sie in den Dialog. Das ist die Spielregel Nummer 1 im Umgang mit Blogs. Blogger werden in aller Regel auf ihre Botschaft eingehen.

Vielleicht ist der beste Weg, selbst ein Blog zu eröffnen. So werden Sie einer von „denen“ und können sich mit relevanten Einträgen in anderen Seiten (Trackbacks) an der Diskussion beteiligen.


5. Lernen Sie

 

Beim nächsten Mal wird alles besser – das sollte vor allem für ihre Krisen-Kompetenz gelten. Legen Sie ein Monitoring über den Verlauf Ihrer Krisen-Kommunikation an. Was ist wo wann publiziert worden? Wie hat das das Image Ihres Unternehmens beeinflusst? Welche Maßnahmen brachten welche (Miss-)Erfolge?

Können Sie bei der nächsten sich abzeichnenden Krise einen Plan aus der Schublade ziehen, haben Sie so gut wie gewonnen.

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