Twitter nur für Erwachsene?
„Meine Freunde twittern nicht”
Am Sonntag 26 Juli 2009 von Christina

Twitternator: Arnold Schwarzenegger als typischer Twitterianer
Wer nutzt den Microblogging-Dienst der Herzen überhaupt? Mit der Aussage, dass er und seine Freunde Twitter jedenfalls meiden, droht ein 15-jähriger Praktikant die neue Trendsportart „140 Zeichen für meine Gedanken“ in eine tiefe Sinnkrise zu stürzen. Das Problem: Es existieren keine validen Daten darüber, aus welchem Klientel die Community besteht.
An dieser Stelle sei mit einem Augenzwinkern vorabgestellt: Textberater.com hat nie behauptet, dass Jugendliche Twitter nutzen.
Spiegel Online präsentiert hier die amüsante und leider mit unzähligen Rechtschreibfehlern gespickte Geschichte des 15-jährigen Matthey Robson, der als Schülerpraktikant der US-Bank Morgan-Stanley aufschreiben sollte, was seine Freunde im Netz treiben. Sein Aufsatz “Teenager nutzen Twitter nicht” wurde veröffentlicht und sorgt nun für Furore. Die Bank erhielt dutzende Anfragen.
Wahrscheinlich gelangweilte Büroangestellte
Klar ist: Immer mehr Menschen besuchen Twitter. Wie viele aber als aktive Nutzer enden, weiß niemand so genau. Und Twitter selbst gibt sich mit sachdienlichen Informationen schüchtern.
Laut Unternehmen machen mit 41 Prozent die 35-49-Jährigen den Löwenanteil aus. Spiegel Online spekuliert, das seien wahrscheinlich gelangweilte Büroangestellte. Über Kinder und Jugendliche wird in den Twitter-Statistiken nicht viel gesagt. Dafür sei die Datenlage zu schlecht, heißt es.
Einen Forscher zum Verhalten Jugendlicher im Internet präsentiert Spiegel Online auch. Jan Schmidt glaubt, dass Twitter eher etwas für Erwachsene sei: “Was wollen Jugendliche im Internet? Das gleiche wie auch anderswo: Herausfinden, wer sie sind, wo sie in der Welt stehen. Das können sie viel besser in sozialen Netzwerken wie SchülerVZ oder Lokalisten, die ihr soziales Netz aus Schule, Nachbarschaft und Verein widerspiegeln.“
Social Media Marketing nur Wunschdenken?
Demgegenüber steht zum Beispiel die W3B-Umfrage der Marktforschungsagentur Fittkau & Maaß. Twitter sei gerade bei den Jungen “cool”. Reines Wunschdenken? Klar ist, dass PR- und Werbe-Agenturen mit Begriffen wie Social Media Marketing derzeit gerne hausieren gehen. Das Web 2.0 sei im Unternehmen angekommen, heißt es dann oft.
Doch scheinbar lässt sich die wirkliche Welt nur schwer in den Gebetskanon der Kommunikations-Branche integrieren. Bleibt die Frage: Was machen jetzt beispielsweise die ganzen Medien, die wie wild ihre Meldungen bei Twitter zwitschern?
Twitternator machts vor
Textberater.com empfiehlt zweifelnden Twitterianern, sich ein Beispiel an Arnold Schwarzenegger zu nehmen. Der Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien twittert nämlich hier http://twitter.com/Schwarzenegger nach Herzenslust.
Und eines muss man dem Twitternator lassen – amüsant ist es allemal. Beispielsweise schrieb er über seine Langeweile, als er wiedermal in einer Sitzung einer Diskussion bewohnen musste, obwohl er schon „vor einer halben Stunde“ eine Absage zur Sache erteilt hatte. Und auch verlinkt er gerne mal auf Pressefotos von seiner Rede, „weil ich beim Reden ja nicht fotografieren kann“, auf denen man attraktive Frauen im Publikum sieht.
Die nötige Portion Selbstironie beweist Schwarzenegger auch hier, wenn er in einem kleinen Video über die wachsende Staatsverschuldung sinniert. Aufgenommene Staatskredite einfach gewinnbringend verkaufen, findet er nämlich eine gute Idee.
Schlagworte: Foren, Social Media, Twitter
Dieser Beitrag wurde am Sonntag 26 Juli 2009 um 15:06 Uhr von Christina veröffentlicht und unter News gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Momentan ist weder das Kommentieren noch das Setzen eines Trackbacks möglich.
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