Replik
10 Gründe, warum Sie sich nicht bei Facebook abmelden sollten
Am Dienstag 4 Mai 2010 von Thomas
US-Publizist Dan Yoder hat die gute alte und stets beliebte 10-Punkte-Liste gewählt, um damit gegen Facebook zu wettern. Zeit für eine Replik mit Augenzwinkern.
Auf Businessinsider.com hat sich Yoder hier zu Wort gemeldet. Sein durchaus auch informativer Text bringt viele valide Argumente, warum Facebook gar nicht nur ein Wohltäter der Menschheit ist.
Zu Yoders starken Punkten zählt beispielsweise die These, dass Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die Accounts seiner Mitglieder hackt und deren private Mitteilungen liest.
Dennoch: Die Liste ist einseitig. Hier die andere Seite: Warum Sie sich nicht bei Facebook abmelden sollten:
1. Sie sind noch gar nicht da
In Deutschland sind laut aktuellen Studien nur 10 Prozent der Bevölkerung Facebook-User.
2. Oma und Opa kommen gerade nach
Ebenfalls laut Studien erobern die Senioren reihenweise das Social Web und melden sich mit steigender Tendenz bei Facebook an. Und warum nicht einfach mal ein paar Bilder mit Ihnen teilen oder die eine oder andere Nachricht senden? So könnte man mindestens zwei Besuche vor Ort pro Jahr einsparen und den CO2-Ausstoß mindern.
3. Die Applikationen können Ihnen egal sein
Ja, Yoda hat Recht: Das Schrebergarten-Spiel Farmville oder die Mafia-Spiele sind für die Katz – aber nur, wenn man Freunde hat. Weniger mit Online-Freunden beschenkte Mitglieder sind vermutlich dankbar, dass Facebook auch dann mit spricht, wenn im Menschen-Netzwerk nichts passiert ist.
4. Datenschutz ist nicht so Ihre Sorge
Stimmt natürlich auch: Weder kann Facebook die Sicherheit Ihrer Daten 100-prozentig garantieren, noch sind die Voreinstellungen zur Privatsphäre auf Datenschutz ausgelegt. Aber wie auch die in der Textberater.com-Geschichte am wenigsten beachtete Umfrage zeigt: Datenschutz ist derzeit noch ein Thema vor allem für Datenschützer.
5. Sie würden eine Branche ratlos machen
Was sollen denn die ganzen Social Media Agenturen machen, wenn plötzlich keiner mehr im Social Web unterwegs ist?
6. Sie verpassen den Abschieds-Trend
Woher sollen Sie ohne Facebook-Account wissen, dass sich Ihre Freunde in Zukunft wieder mehr für persönliche Gespräche und Treffen interessieren? Selbst wenn Sie den oft beklagten Effekt der Verflüchtigung sozialer Kontakte ebenfalls als Missstand des Web 2.0 betrachten; verpassen Sie nicht die Rückkehr der Menschheit ins echte Leben.
7. Was wäre das Nächste?
Nie wieder Google benutzen, um das Internet zu durchstöbern? Oder vielleicht den Computer wieder abschaffen? Kein Handy mehr benutzen?
8. Was wäre denn die Alternative?
StudiVZ? Modellbau-Eisenbahnen sammeln? Denn Quelle-Katalog durchblättern?
9. Was würden Ihre Freunde sagen?
…das würden Sie vermutlich nie erfahren. Weil alles, was Ihre Freunde zu Ihrem Abschied von Facebook sagen, steht auf Facebook.
10. Was würden Sie Ihren Enkeln erzählen?
“Ich habe mich bereits in den Anfängen des sozialmedialen Zeitalters vom Wahnsinn des Web 2.0 befreit, um heute keine Ahnung zu haben, worüber die Welt spricht.“
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Schlagworte: Ethik, Foren, Internet, PR-Affäre, Social Media
Dieser Beitrag wurde am Dienstag 4 Mai 2010 um 07:37 Uhr von Thomas veröffentlicht und unter News gespeichert.
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