Yes we want!
Afghanistan: PR-Strategie der CIA für Deutschland aufgetaucht
Am Montag 19 April 2010 von ThomasEin ehemals geheimes Dossier der amerikanischen Central Intelligence Agency (CIA) beschreibt die Strategie, mit der die deutsche Bevölkerung auf Afghanistan-Kurs gebracht werden soll. Obama-Faktor, Frauen-Joker und eine rote Zelle sind die Zutaten zu einem echten PR-Thriller.
Meinungsumfragen bestimmen das Handeln der Politik. Also braucht man Befürworter im Volk, wenn man beispielsweise das deutsche Engagement in Afghanistan festigen will.
So oder so ähnlich dachte wohl die CIA und entwickelte eine vertrauliche PR-Strategie, die allerdings ihre Vertraulichkeit spätestens dann verlor, als es auf der Internetseite WikiLeaks veröffentlicht wurde.
Klassische Aufgabe für die Rote Zelle
In dem Strategie-Entwurf wird laut tagesschau.de deutlich, dass die CIA schon länger den Missmut der Deutschen in Sachen Afghanistan-Einsatz hat kommen sehen.
Angesichts immer neuer Meldungen von getöteten deutschen Soldaten in Nordafghanistan drohe bis zum Sommer die Stimmung in offene Feindseligkeit gegen den Stationierungsbeschluss der Bundesregierung umzuschlagen, heißt es im CIA-Papier.
Die speziell auf Deutschland zugeschnittene Public Relation-Strategie für den Afghanistan-Krieg stammt laut tagesschau.de aus der Feder der so genannten CIA Red Cell, die Rote Zelle des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes.
Diese Zelle sei für unkonventionelle Lösungsansätze zuständig. Ebenfalls im Boot der PR-Strategen: Ein Deutschlandkenner und Kommunikationsexperten aus Hillary Clintons Außenministerium.
Obama-Faktor soll überzeugen
Inhaltlich solle es der Bevölkerung klar gemacht werden, dass eine Niederlage am Hindukusch eine Niederlage für die Bundesrepublik bedeute. Grund: Deutschland sei dann einer verstärkten Gefahr von Terroranschlägen, einem zunehmenden Rauschgifthandel und Flüchtlingsströmen ausgesetzt.
Außerdem setze die CIA auf den “Obama-Faktor” in Deutschland . Nach dem Motto „Yes We Want!“ sollen die Deutschen ihre Solidarität für den US-Präsidenten der Herzen entdecken und sich fragen: Was kann ich für Obama tun?
Frauen im Visier
Konkret wird’s auch in Sachen PR-Maßnahmen. Man müsse deutschen Medien nur noch Interviews mit Frauen in Afghanistan ermöglichen, denn afghanische Frauen könnten so persönlich und glaubwürdig ihre Angst vor den Taliban und ihre Zukunftshoffnungen äußern.
Die afghanischen Frauen seien deswegen ein wichtiger Trumpf, weil man damit die Herzen der Frauen in Deutschland erreiche. Denn die Frauen in Deutschland seien noch Afghanistan-kritischer als die deutschen Männer.
Mehr zum Thema:
Löschen statt Sperren: Köhler unterzeichnet Gesetz zur Bekämpfung von Webseiten
Hörtipp: Welche Regierungen keine PR-Agenturen engagieren sollten
Schlagworte: Ethik, Pannen, PR, PR Strategie, PR-Affäre
5 Kommentare zu “Afghanistan: PR-Strategie der CIA für Deutschland aufgetaucht”
-
[...] This post was mentioned on Twitter by Textberater.com. Textberater.com said: Afghanistan: PR-Strategie der CIA für Deutschland aufgetaucht http://bit.ly/aw0RZI [...]
-
Wenn Afghanistan eine Zukunft haben soll, dann muß der Drogenanbau und -handel zerstört werden. Wie sonst soll man dem “Terror” seine finanzielle und logistische Basis abgraben?
Entsprechende Vorschläge wurden von russischer Seite an die Amerikaner getragen, das sollte unterstützt werden.
Zum Thema: http://bueso.de/news/sonderbericht-opium-afghanistan-vernichten. -
[...] This post was mentioned on Twitter by Textberater.com. Textberater.com said: Afghanistan: PR-Strategie der CIA für Deutschland aufgetaucht http://bit.ly/aw0RZI [...]

Wenn Afghanistan eine Zukunft haben soll, dann muß der Drogenanbau und -handel zerstört werden. Wie sonst soll man dem “Terror” seine finanzielle und logistische Basis abgraben?
Entsprechende Vorschläge wurden von russischer Seite an die Amerikaner getragen, das sollte unterstützt werden.
Zum Thema: http://bueso.de/news/sonderbericht-opium-afghanistan-vernichten.