Blogger hetzen gegen die SPD

Am Dienstag 30 Juni 2009 von Thomas

Die Sozialdemokraten haben sich mächtige Feinde gemacht. Meinungsführer der Bloggerszene wie Spreeblick oder Netzpolitik lassen derbe Kampfansagen gegen den Bundestagsbeschluss über Internet-Sperren ab. Die Reaktion der SPD: Ratlosigkeit.

“Es gab in den letzten Wochen eine sehr emotionale und teilweise entsachlichte Debatte”, sagt SPD-Online-Wahlkämpfer Sebastian Reichel hier auf Spiegel Online. Sein Kollege von der CDU, Stefan Hennewig, dagegen gratulierte: “Einen Herzlichen Glückwunsch an die Netzgemeinde, dass sie solch eine Debatte zu diesem Thema auslösen konnte.”

„Wir werden die SPD in einen Sturm aus Scheiße schicken“

Ob solche Statements den Zorn der Internet-Gemeinde beschwichtigen können, ist mehr als fraglich. Die Gemüter entzündeten sich nämlich nicht an einem Partei-Image, sondern an einem Thema: dem Bundestagsbeschluss über gezielte Internet-Sperren bestimmter Webseiten. 130.000 Stimmen einer Online-Petition gegen den Beschluss wurden von der Großen Koalition übergangen. Blogger fassen das als Frontmache auf.

Und der Krieg ist im vollen Gange: Hunderte Kommentare und eine nicht enden wollenden Liste Trackbacks (Verlinkungen zu ähnlichen Blog-Artikeln) auf Spreeblick. Gleiches Bild auf Netzpolitik. Kleiner aber nicht minder zornig siehe Nerdcore. Die Aufzählung ließe sich beliebig erweitern. Der Ton ist mitunter ruppig: „Wir werden die SPD in einen Sturm aus Scheiße schicken“, schreibt mspr0.

Interessant daran: Auch bei weitgehend unbeachteten Publikationen wie „blogwürdig“ verhundertfachen sich schlagartig die Zugriffszahlen von Nutzern – allein durch das Thema Netzsperre.

2 Kommentare zu “Blogger hetzen gegen die SPD”

  1. Herbert sagt:

    Schuld eigene. Die SPD hat es verdient, denn sie ist schon lange keine Volkspartei mehr.

  2. J. Fuhrmann sagt:

    Die SPD war nicht in der Lage, die aufrischende Briese zu erkennen. Da muß sie sich nicht wundern, wenn nun ein Sturm über sie kommt.