Buchtipp

Bullshit Bingo: Besser schreiben mit Geld-zurück-Garantie

Am Dienstag 15 September 2009 von Thomas

Beherzt: Autor Albert Heiser erstattet den Kaufpreis zurück, wenn sein Buch Bullship Bingo nicht nachhaltig ihren Schreibstil verbessert. Textberater.com hat zu Heisers Glück nichts für das Buch bezahlt. Für Anfänger gibt’s aber schon etwas zu lernen.

Bis Seite 38 wird gemeckert: Bullshit sei das Übel aller Texte. Heise hat Recht und außerdem eine beachtliche Sammlung schlechter Werbe-Texte aus allen möglichen Branchen zusammengestellt.

Dann folgen 10 Seiten Text-Rezepte – allesamt alte Bekannte aus der bestehenden Literatur. Man solle beispielsweise so schreiben wie man spricht.

Die folgenden 150 Seiten haben wir durchblättert auf der Suche nach einem Anlass, mal wieder reinzulesen, sind aber erst wieder am Foto des Autors hängen geblieben. Das ist erstens sehenswert und zweitens auf der letzten Seite.

Das Buch ist schlecht, weil:
- Alles nur Text ist. Keine Bilder, keine Studien mit gefälligen Grafiken, kaum Checklisten
- Heiser keine Demut kennt. Demut ist der Schlüssel zum guten Text und nicht, dass man sich als Schreiber einbildet, man könne mit ein bisschen Trickkiste jedes Produkt verkaufen.

Das Buch ist gut, weil:
- Heiser tatsächlich den Bauplan zu gutem Text durchdekliniert.
- Die einzelnen Absätze mit den jeweiligen Erkenntnissen schön kurz sind.
- Die eine oder andere Übung gefahrlos von jedem Anfänger durchgeführt werden darf.
- Es im praktischen Hardcover kommt und daher auch als Geschenk herhalten kann.
- Heiser Mut zu Fehlern beweist. Beispielsweise rät er, dass Texte besser würden, wenn viele Mitarbeiter im Unternehmen daran mitschrieben. Das ist zwar Käse, aber – sollte man sich dem Wahnsinn des gemeinsamen Schreibens hingeben – sicherlich eine einschneidende Erfahrung.

„Bullshit Bingo – Storytelling für Werbetexte“ ist erschienen im Creative Game Verlag, ISBN 978-3-9809718-0-5,  214 Seiten Hardcover, 39,90 Euro

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3 Kommentare zu “Bullshit Bingo: Besser schreiben mit Geld-zurück-Garantie”

  1. Thomas sagt:

    @Roy Bien: Der Autor verspricht enttäuschten Lesern, den Kaufpreis zu erstatten. Schauen Sie mal auf Seite 10. Außerdem kann ich keinen Widerspruch zwischen Ihrer Einschätzung und unserer feststellen.

  2. Roy Bien sagt:

    Kleine Korrektur zu meinem Kommentar: Natürlich meine ich Armin Reins – und nicht Armin Reims.

  3. Roy Bien sagt:

    Pardon,

    dass ich Ihrer Rezension widerspreche. Das Einzige, was an diesem Buch gut ist, ist die Werbung und PR für dieses Buch.

    Mein Fazit nach 182 Seiten (ob ich die letzten 30 noch lese, weiß ich nicht):

    Des Kaisers neue Kleider – jetzt auch als Fachbuch zum Thema Werbetext.

    Ich bin von diesem Buch sehr enttäuscht. Schade, denn der Grundgedanke zu Bullshit Bingo ist gut, der Rest gleicht leider einem schlecht ausgeführten Rohbau: unübersichtlich typografiert, banal erzählt und gespickt mit zweitklassigen Beispielen. Das Inhaltsverzeichnis stimmt nicht mit dem Inhalt überein.

    Als ich das Buch zu Hause ausgepackt habe, ist es mir versehentlich in den Papierkorb gefallen, in meinem Bücherregal wird es wohl keinen Platz bekommen.

    Meine Empfehlung: 10 Euro drauflegen – und das Buch Corporate Language von Armin Reims kaufen.

    Ein enttäuschter Bullshit-Bingo-Leser