So jung und so gemein
Datenklau: Jedes vierte Profil bei SchülerVZ kopiert
Am Samstag 17 Oktober 2009 von Thomas
SchülerVZ-Profile durchschnüffelt: Die Internet-Plattform “SchülerVZ” ist Ziel eines Daten-Diebstahls geworden. Mehr als eine Million Profile seine betroffen.
Der für die jüngste Zielgruppe ausgelegte VZ-Ableger Schüler VZ wurde offenbar missbraucht, um Daten von anderen Nutzern zu kopieren: Name, Schule, Geschlecht, Alter, Profilfoto.
Betroffen sei „eine größere Zahl“ von Nutzern, so VZ. Genaueres versuche man noch zu ermitteln, sagte ein Sprecher. Zeit Online spricht von jedem vierten Profil, das betroffen sei. Golem.de meldet mehr als eine Million betroffene Profile. Netzpolitik.org geht davon aus, dass es sich um einen groß angelegten Hacker-Angriff handelt.
Man werde rechtliche Schritten gegen den Unbekannten einleiten. Außerdem wolle man die Abwehrmaßnahmen gegen automatische Leseverfahren verstärken.
Laut VZ handelt es sich bei den geklauten Daten lediglich für alle Community-Nutzer einsehbare Einträge. Nicht betroffen seien Postadressen, E-Mail-Adressen, Zugangsdaten, Telefonnummern oder Fotoalben.
Datenschutz war DIE Werbebotschaft
„Wir haben sofort Maßnahmen ergriffen, um weitere illegale Zugriffe auszuschließen“, hieß es in der Mitteilung. Man habe die Datenschutzbehörden umgehend informiert und werde rechtliche Schritte gegen Unbekannt einleiten.
Der Kopier-Fall erregt die Gemüter. Binnen den wenigen Stunden seit gestern Abend erschienen bereits zahllose Artikel. Und sogar ein Textberater.com-Leser machte uns per Kommentar auf den Fall aufmerksam.
Kein Wunder: Datenmissbrauch ist das Thema der Community-Kritiker. Die Situation ähnelt beinahe dem Klassiker-Satz der Eltern: „Das habe ich dir ja gleich gesagt.“ – und das ausgerechnet auf SchülerVZ…
Der Anbieter wirbt nämlich mit Sicherheit. Neben zahllosen Datenschutz-Logos auf der Webseite hatte VZ auch eine eigens dafür angelegte Werbe-Kampagne angelegt – Botschaft: Die Daten sind sicher. Kritiker bezweifelten das schon immer.
Allerdings dachten die Sicherheits-Kritiker bislang einerseits daran, dass VZ mit den Daten sein Unwesen treiben könne. Aber auch beim Umgang mit persönlichen Daten im Netz seien Nutzer zu leichtsinnig. Dass jetzt ein Hacker die Daten veröffentlichen würde – daran hatte bislang noch keiner gedacht.
So einem Angriff kann man auch nicht vorbeugen. Dass SchülerVZ-Profile veröffentlicht wurden, erfuhr VZ ja auch erst, als es zu spät war.
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Schlagworte: Internet-Recht, Pannen, PR-Affäre, Social Media, Web 2.0
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