Ausgezeichnet
Facebook-Gründer ist “Media Person of the Year”
Am Montag 15 März 2010 von ChristinaWas als private Austauschbörse begann, setzt inzwischen Marketing-Maßstäbe. Und damit das so bleibt, wird der Gründer des sozialen Netzwerkes Facebook, Mark Zuckerberg, auf dem Werbefestival in Cannes zur “Media Person” 2010 ausgezeichnet.
Sagt zumindest Daniel Puntas Bernet von der NZZ online in seinem Artikel hier. Die Auszeichnung Zuckerbergs sei “Kalkül” der Werbebranche, um die Unterwanderung des einst so unschuldigen Netzwerkes mit kommerzieller Werbung zu rechtfertigen und weiter voran zu treiben.
Tatsache ist, und textberater.com hat mehrfach darüber berichtet, dass die Nutzung von Facebook rasant zunimmt. Einerseits gibt es immer mehr User, die unter anderem dank smarter Phones auch immer mehr Zeit auf Facebook verbringen. Allein in Deutschland haben sich die Nutzerzahlen von Juli 2009 auf Februar 2010 mehr als verdoppelt, inzwischen sind es weit über sieben Millionen, weltweit sogar über 400 Millionen Menschen (Quelle www.facebookmarketing.de).
Andererseits gibt es immer mehr Firmen, die an diese User rankommen wollen und sich deshalb in sozialen Netzwerken präsentieren. Und das ist ja auch legitim. Bernet führt in seinem Artikel das schöne Beispiel von Pepsi an: Nach 23 Jahren in Folge schaltet der US-Getränkehersteller dieses Jahr erstmals keine TV-Spots während Amerikas größtem Sportanlass, dem “Super Bowl”, sondern investiert stattdessen 22 Millionen Dollar in den Web-Dialog mit den eigenen Kunden. Eine aktuelle Studie von letzter Woche besagt laut Bernet außerdem, dass 2010 in den USA erstmals mehr Werbegelder in die verschiedenen Online-Kanäle fließen werden als in Print.
Nun ist es mit der Erhöhung von Budgets für Online- bzw. Social Media-Werbung allein nicht getan. Die Gesetzmäßigkeiten von Print- oder TV-Werbung lassen sich nicht anhand eines Fünf-Punkte-Plans in die Social Media-Welt übertragen – auch wenn das Internet voller vermeintlich toller Tipps für Unternehmensauftritte in sozialen Netzwerken ist.
Alter Wein in neuen Schläuchen
Als immer mehr Leute einen Fernseher hatten, entwickelten Werbefachleute neue Strategien, um ein Produkt und seine Botschaft dank schöner Bilder, Musik und Texte nachhaltig an den Mann oder die Frau zu bringen.
Ähnliches passiert gerade hinsichtlich Social Media-Werbung. Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble beispielsweise gab laut Handelsblatt die Devise heraus, zu jeder neuen Marke des Hauses müsse ein Facebook-Account existieren. Konkurrent Unilever fordert von seinen Werbeagenturen mehr Social-Media-Kompetenz.
“Social Media ist ein Gewebe, das sich durch alle unsere Kommunikationsmaßnahmen zieht”, zitiert das Handelsblatt Kathy O’Brien, Vice President für die Personal-Care-Sparte in den USA. Ihrer Ansicht nach würden viele Agenturen noch zu sehr in 30-Sekunden-TV-Spots denken.
Dabei liest man allerorten, wie es gehen soll: Ungewöhnlich muss sie sein, wenig werblich und doch irgendwie im Zusammenhang mit dem Unternehmen stehen und den User involvieren. Bernet führt folgendes Positiv-Beispiel an: der Facebook-Auftritt von Louis Vuitton.
Den Fans gefiel’s und zum Dank für den öffentlichen Support der über 900 000 User zeigte das Mode-Unternehmen ihnen per Mausklick eine Modeschau – ohne einen teure Sendezeit erkaufen zu müssen und erst recht ohne Streuverlust.
Allerorten liest man auch, wie es nicht geht: Zum Beispiel einfach Pressemeldungen über Facebook oder Twitter verschicken. Mike Schwede von der Internet-Agentur Orange8 und Spezialist für das Online-Segment beklagt in der NZZ Online, dass viele Werbeleiter von Firmen noch nicht wirklich verstanden hätten, dass Social Media Kommunikation in zwei Richtungen sei. “Früher warb ein Unternehmen damit, das beste zu sein. Heute fragt es seine Kunden, was es besser machen könnte”, so Schwede.
Und genau dazu dient auch die Auseinandersetzung mit Usern bzw. Kunden in Foren, Blogs und sozialen Netzwerken wie Facebook. Ob Zuckerberg nun zur “Media Person of the Year” gewählt wird oder nicht – die Werbewelt hat sich auch dank Facebook verändert und Werbung auf Facebook regt einen nur dann auf, wenn sie schlecht ist.
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Schlagworte: Online Strategie, Social Media, Web 2.0
Dieser Beitrag wurde am Montag 15 März 2010 um 13:47 Uhr von Christina veröffentlicht und unter News gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Momentan ist weder das Kommentieren noch das Setzen eines Trackbacks möglich.
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