Aufgelesen
Facebook-Programm outet Homosexuelle
Am Donnerstag 24 September 2009 von Thomas
Zwei Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben ein Programm für Facebook-US entwickelt, das die sexuelle Orientierung der Mitglieder errechnet.
Das Forschungsprojekt Gaydar, ein Wortspiel aus Gay (schwul) und Radar, wertet aus, wie hoch die Wahrscheinlichkeit der Homosexualität eines Mitglieds ist.
Prognose der Maschine korrekt
Geschlecht, Freunde und Interessen werden als Datenquelle in ein Programm gespeist. Bei dem bislang im Experimentier-Stadium befindlichen Projekt wurden 1.544 Profile von Männern untersucht, die laut eigenen Angaben heterosexuell sind. Außerdem wurden Profile von 21 Bisexuellen und 33 Schwulen eingespeist.
Bei zehn Männern, von denen die Studenten wussten, dass sie entgegen ihrer Angaben schwul seien, lag auch die Software mit der Prognose richtig.
Facebook locker, Kritiker auf der Palme
Facebook-Sprecher Simon Axten sagte dem Boston Globe: „Es überrascht nicht, dass man zu Schlussfolgerungen über einen Unbekannten gelangen kann, indem man seine Freunde analysiert. Das ist nicht typisch für Facebook, weil es auch in der realen Welt oft vorkommt.“
Kritischer sieht das Jason Kaufman vom Berkman Center for Internet and Society der US-Universität Harvard: „Man kann seinen Ruf mit sozialen Netzwerken selbst zerstören, er kann aber auch durch andere Mitglieder ramponiert werden.“
Durchleuchten für mehr Werbeeinnahmen
Gerade in den USA ist Homosexualität ein heikles Thema. Das prüde Amerika brüstet sich zwar mit absoluter Political Correctnes. Aber auch wenn beispielsweise aus Lebensläufen und Bewerbungen nicht einmal das Geschlecht oder die Hautfarbe der Kandidaten ersichtlich sein muss: Diskriminierung ist Thema.
Unwahrscheinlich, dass Facebook die MIT-Software flächendeckend einsetzt. Dennoch: Die Durchleuchtung der Mitglieder von Social Communities ist Datenschützern schon oft übel aufgestoßen. Aus Vermarktungs-Perspektive führt an solchen Tools dennoch scheinbar nichts vorbei.
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Dieser Beitrag wurde am Donnerstag 24 September 2009 um 11:15 Uhr von Thomas veröffentlicht und unter News gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Momentan ist weder das Kommentieren noch das Setzen eines Trackbacks möglich.
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