Netzpolitik

Frankreich will neue Steuer auf Google-Werbung erheben

Am Freitag 8 Januar 2010 von Thomas

Erst mal nur für Groß-Unternehmen: Frankreich scheint es mit seiner Idee ernst zu meinen, Online-Werbeeinnahmen von Google zu besteuern um damit journalistische Angebote zu subventionieren.

Ein Expertenausschuss um den französischen Kulturminister Frédéric Mitterrand hat eine Art Google-Steuer vorgeschlagen.

Dabei handelt es sich quasi um die Kehrseite eines Förderprogramms, mit dem journalistische Webseiten unterstützt werden sollen. Nutznießer könnten neben Web-Auftritten von Presse- und Medienhäusern auch Anbieter von onlinevertriebener Musik und Filmen sowie elektronischen Büchern werden.

Die Subventionen sind bereits beschlossene Sache. Im laufenden Jahr will Frankreich dafür 50 Millionen Euro zusätzlich bereitstellen. Insgesamt fördert Frankreich Medienangebote laut Berichten mit knapp 900 Millionen Euro pro Jahr.

Steuern zahlen, wo man das Geld verdient

Ob die Gelder allerdings aus der Google-Steuer finanziert werden können, muss noch geprüft werden. Derzeit zahlen die Unternehmen ihre Steuern in dem Land, in dem Sie ihren Hauptsitz haben.

Bei der Google-Steuer würden die Abgaben in dem Land anfallen, in dem die Unternehmen ihre Umsätze generieren.

Den Plänen zufolge würde die neue Steuer Firmen bereits dann betreffen, wenn “der Benutzer, der auf eine Bannerwerbung oder eine Textanzeige klickt, sich in Frankreich befindet”.

Die Google-Steuer, die übrigens auch für andere große Player wie AOL oder Yahoo im Werbemarkt anfallen könnte, wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas verkopft.

Doch ganz so schlecht stehen die Chancen auf eine derartige Abgabe nicht. Im Prinzip gleicht die von Frankreich vorgeschlagene Abgabe dem in der EU üblichen Prinzip der Einkommens-Besteuerung.

Demnach gilt auch: Wo ich mein Geld verdiene, zahle ich meine Steuern.

Allerdings hat sich die EU-Kommission bereits gemeldet und sagt, dass man eine solche Steuer prüfen werde. Und solche Ankündigungen sind selten günstige Vorzeichen für Vorstöße aus den Regierungen.

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1 Kommentar zu “Frankreich will neue Steuer auf Google-Werbung erheben”

  1. omBuzzer.de sagt:

    Google-Steuer: Frankreich meint es ernst…

    [...] in diesem Jahr voraussichtlich 40 Mio. Euro. Diese sollen nun von Online-Marketingunternehmen eingetrieben werden – vor allem die [...]…