Brachliegende Fan-Potentiale

Fußball-Clubs ohne Social Media-Strategien

Am Freitag 19 März 2010 von Christina

Reiner Calmund, der Ex-Manager von Bayer Leverkusen, hat einen eigenen Twitter-Account mit 35.000 (!) Followern. Außer dem FC Bayern scheint das keinen anderen Fußballclub der deutschen Bundesliga zu sozialen Netzwerk-Aktivitäten zu animieren.

“Heute im Stadion beim 1. FC Köln – VfB Stuttgart. Es ist ja immer noch ungemütlich kalt. Eure Tipps für den heutigen Spieltag?”, schreibt “Calli” in seinem Twitter-Account. Oder: “An alle fußballbekloppten Jungs: Am 24. April könnt Ihr beweisen, dass Ihr echte Männer seid. Bewerbt Euch noch bis zum 31. März für das Hasseröder Männer-Camp 2010.”

Die Menschen interessiert’s, jedenfalls gewinnt der 61-Jährige kontinuierlich neue Twitter-Leser („Follower“). Wie spiegel online hier richtig schreibt, hat Calmund das Prinzip und die Wirkung von sozialen Medien offenbar verstanden: Über Netzwerke wie Twitter, Facebook oder StudiVZ kann eine nachhaltige Beziehung zur Zielgruppe aufgebaut werden.

Wer es richtig macht, der kann dadurch seine Bekanntheit steigern und mehr Kunden oder in diesem Fall mehr Fans gewinnen. Calmund macht es richtig, das hat ihm sogar das Deutsche Institut für Marketing (DIM) attestiert. Das DIM hat laut spiegel online auch ermittelt, dass Calmund mehr Follower-Zahlen hat als die gesamte deutsche Fußball Bundesliga.

Brachliegendes Fan-Potenzial

Kaum eine andere Anhängerschaft ist so treu wie Fußball-Fans. Sie müssen nicht neu gewonnen, überzeugt oder aktiviert werden, sondern sind in der Regel bereits tiefste Überzeugungstäter. So zum Beispiel die Fans von Werder Bremen: Der Club ist in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter präsent, aber nur, weil sich die Fans darum kümmern.

Andere Vereine wie der FSV Mainz 05 haben zwar einen offiziellen Account bei Twitter & Co., versenden aber nur offizielle Pressemitteilungen. Kein Alltagsgeplauder, kein Blick hinter die Kulissen, keine persönliche Ansprache – keine aktive Fan-Anbindung.

FC Bayern kurz vor Social Media-Offensive

Die Bayern haben erkannt, welches Potenzial in sozialen Netzwerken schlummert: “Durch den richtigen Umgang mit Usern in sozialen Netzwerken könnten Bundesligisten die Zugriffszahlen auf ihre Websites um ein Vielfaches steigern”, so Kommunikationsberater und Experte für Social Media, Klaus Eck, gegenüber spiegel online.

Steigende Klickzahlen machten die eigene Plattform attraktiver für Werbekunden, höhere Einnahmen seien die Folge. Durch exklusiv veröffentlichte Informationen aus dem Verein würden die Fans auf einer eigenen Facebook-Seite abgeholt und durch einen Link direkt zu Ticketanbietern oder Fanshops weitergeleitet.

Wirklich spannende Inhalte würden in den gut vernetzten Communitys weiterempfohlen und erreichten durch Multiplikatoreneffekte schnell noch größere Zielgruppen.

Mit knapp 7.000 Abonnenten betreibt der FC Bayern bereits den größten deutschsprachigen Channel bei YouTube. Das soll jedoch nur der Anfang sein. “Social Media wird im Bereich Neue Medien unser großes Projekt für 2010″, kündigt Stefan Mennerich an, Leiter Neue Medien beim FC Bayern München. Gespräche über Kooperationen mit wichtigen Betreibern wie Facebook, StudiVZ und Twitter seien bereits geführt worden.

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2 Kommentare zu “Fußball-Clubs ohne Social Media-Strategien”

  1. Frank sagt:

    Na, da freu ich mich schon auf die nächste Jahreshauptversammlung des FC Bayern, wenn sie den Nerlinger in eine Ecke setzen und der dann die Jahresergebnisse twittert.

  2. Marc Ritter sagt:

    Hier gibt´s noch mehr Fakten zu diesem Thema: http://www.aquarius.biz/2010/02/10/barca-bayern-65-1/
    Beste Grüße,
    M. Ritter