Abmahnung des Tages
Geldeintreiber versuchen es bei Bloggern
Am Montag 19 Oktober 2009 von Thomas
Alte PR-Bilder von Sahra Wagenknecht: Weil sie das Motiv alter Autogrammkarten einer Linkspartei-Abgeordneten verwendeten, haben Blogger Post vom Anwalt bekommen. Der ist laut Medienberichten lediglich auf der Suche nach unschuldigen aber zahlungswilligen Kandidaten sei.
Der Ruhrbarone-Blogger David Schraven, die Paderzeitung, der Bund Soziales Zentrum Deutschland (BSOZD) und Xtranews wurden wegen der Verwendung eines Portraits der Linkspartei-Abgeordneten Sahra Wagenknecht abgemahnt.
Neben der üblichen Unterlassungserklärung wurde eine Forderung auf “Schadensersatz” in ungenannter Höhe verschickt.
Bild als Pressefoto deklariert
Das ist selbst aus Sicht der Abmahn-Profis mal eine ungewöhnliche Idee. Heise.de kommentiert daher: Nachdem die Linkspartei einer Fotografin kein zusätzliches Honorar zahlen wollte, will man nun Geld von Bloggern eintreiben.
Das Foto wurde von der Linkspartei elf Jahre lang für Autogrammkarten und Wahlplakate verwendet, Presseerklärungen beigelegt, als „Pressefoto” gekennzeichnet und beispielsweise auch zum Download bereitgestellt.
Linkspartei hat Rechtsabteilung, Blogger nicht
Verständlich, dass die abgemahnten Blogger mit schlechter Zahlungs-Moral reagierten. Stattdessen lassen es die „Übeltäter“ auf ein Verfahren ankommen – zu absurd sei die Forderung der Anwälte, um vor Gericht Bestand zu haben – so das Kalkül.
Das Kalkül der Gegenseite hat laut Telepolis hauptsächlich mit unbezahlten Fotografen-Rechnungen zu tun. Abmahn-Anwahlt Ronald Schmidt fordert laut eigenen Angaben seit Mai 20.000 Euro von der Linkspartei wegen der Fotos.
Die PDS-Nachfolger zahlten jedoch nicht – also vielleicht der eine oder andere Blogger? Diese könnten ja seine Forderungen begleichen und anschließend die Partei auf Erstattung verklagen, so Schmidt.
Weiterhin spekuliert Heise.de, dass der Anwalt lediglich nicht gegen die Linkspartei vorgehe, weil die eine Rechtsabteilung besitze – anders als die meisten Blogger.
Die Linkspartei hält sich unterdessen aus der Sache raus. Auf Anfragen bei verschiedenen Presse-Stellen gab es lediglich eine inhaltliche Auskunft – und die hat es in sich.
Linken-Landesverbandssprecher Ralf Michalowsky sagte, das Ruhrbaron-Blog würde “aus gutem Grund nicht Mailverteiler” stehen und man frage sich, wie sie an die Pressemitteilungen gelangt seien.
…Textberater.com ist über eine offizielle Wagenknecht-Seite an das „Pressefoto“ gelangt.
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Schlagworte: Blogs, Ethik, Internet-Recht
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