Gewinner des Tages
Gelungene PR: China, das freundliche Kulturland von Nebenan
Am Freitag 16 Oktober 2009 von ThomasChinas Engagement auf der Frankfurter Buchmesse ist trotz dem einen oder anderen Missklang über Bürgerrechte ein Erfolg – weil man bei der PR dazugelernt hat. Und selbst die linke taz lässt sich für China-freundliche PR-Botschaften bezahlen.
Liu Binjie nennt die Buchmesse das „größte kulturelle Ereignis seit den Olympischen Spielen von Peking“. Der Direktor der Generaladministration für Presse und Publikationen, kurz GAPP, ist in Sachen Bücher, Publikationen und PR ein wichtiger Mann in China.
Es gibt keine Übersetzung, keine Veröffentlichung und keine Auslands-Lesereise ohne die Zustimmung von GAPP.
Enorme PR-Etats für besseres Image
Aber auch ohne Freiheit findet der Auftritt Chinas in Frankfurt als Ehrengast der Buchmesse Wohlwollen in den Medien.
Grund: Die GAPP hat ihren Etat für die Übersetzung genehmer chinesischer Bücher in Englisch und Deutsch auf 500.000 Euro erhöht. Selbst die Volksbefreiungsarmee stellt sich seit wenigen Monaten mit einer englischen Internetplattform der Welt als offene und friedliche Streitmacht dar.
Außerdem genehmigte die Regierung dem landesweiten Fernsehsender CCTV umgerechnet fast fünf Milliarden Euro, um seine Auslandsprogramme auszubauen.
taz kooperiert, Kritiker im Boot
Und die Kritiker in Sachen Menschenrechte dürfen auch mitreden. Die Göttinger Gesellschaft für bedrohte Völker wird in Frankfurt unter dem selben Dach wie China auf die Unterdrückung ihrer rund neun Millionen Landsleute im Westen der Volksrepublik aufmerksam machen.
Auf einer speziellen Webseite berichten Redakteure der Tageszeitung taz über Chinas Buchmesse-Auftritt. Dafür kassiert die Zeiung laut Medienberichten 50.000 Euro – allerdings nicht ohne Kritik aus den eigenen Reihen. Die Kooperation sei fatal und rufschädigend. taz-Asien-Redakteur Sven Hansen rief seine Kollegen gar zum Boykott auf.
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Schlagworte: PR Strategie, PR-Affäre
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