Studie
Ist personalisierte Werbung auch unerwünscht?
Am Dienstag 22 Dezember 2009 von ThomasEines der großen Lieblings-Argumente für personalisierte Werbung könnte sich als falsch herausstellen. Laut einer ziemlich seriös daherkommenden US-Studie mögen Menschen nämlich Werbung auch dann nicht, wenn sie zu ihren Interessen passt.
In der Vergangenheit kursierten zahlreiche werbefreundliche Umfragen, die allerdings in der Regel von Werbefirmen oder Marketing-Organisationen beauftragt wurden.
Deren These: Die Menschen wollen zielgenaue Werbung. Und das Internet sei das perfekte Medium, Werbebotschaften je nach Inhalt an genau den richtigen Empfänger durchzustellen.
An der Sache mit der Zielgerichtetheit kann die Werbebranche auch weiterhin festhalten. Doch die fröhliche Wissenschaft von der erwünschten Werbung hat jetzt Konkurrenz bekommen.
Fünf US-Forscher haben
hier ein umfangreiches PDF hinterlegt. Bei der Studie zum Thema Marketing und Werbung handelt es sich zur Abwechslung mal um ein wissenschaftliches Dokument. Doch die Thesen sind nicht minder markant wie die der Gegenseite.
Ergebnisse:
73 bis 86 Prozent der Befragten wollen auch keine personalisierte Werbung.
66 Prozent der Amerikaner wollen nicht, dass man ihre Interessen zugunsten personalisierter Werbung ausspioniert. Auch wenn Datenschutz respektiert werde, lehnen 68 Prozent der Befragten eine Erfassung ihres Surf-Verhaltens strickt ab.
69 Prozent wünschen sich ein Gesetz, das ihnen einen Einblick in die von Werbestrategen erfassten Daten ermöglicht.
92 Prozent stimmten der Aussage zu, dass ein Gesetz das Löschen der Informationen über ihr Surf-Verhalten bestimmen sollte.
Für die Studie vom Juni 2009 wurden 1.000 zufällig ausgewählte Personen befragt, die zu dem Zeitpunkt mindestens 18 Jahre alt sein mussten.
Textberater.com meint: Ganz so weit reichen die Argumente der US-Forscher dann doch nicht, wie die es gerne hätten.
Ein Schwachpunkt der Studie ist die inhaltliche Fokussierung auf das Thema Datenschutz. Jeder, den man zum Umgang mit seinen Daten befragt, wird dazu recht konservative Statements abgeben.
Dagegen stört es aber auch fast niemanden, öffentlich zugängliche Profile im Web zu erstellen, Bonuspunkte zu sammeln oder mit Kreditkarten zu zahlen.
Merke: Menschen lügen bei Umfragen. Aber beim Shoppen im Web ist man ehrlich.
Schwachpunkt zwei: Wer würde der Frage zustimmen, ob man Werbung mag? Die einzigen Menschen, die Werbung mögen, sind die Werbetreibenden. Das wird sich auch nicht ändern, wenn man mittels schlauer Technik zielgenau Marketing-Bomben abwerfen kann.
Aber die Verbraucher haben keine Wahl. Um die Werbung kommen sie nicht herum – speziell im Web. Ihre Alternativen sind lediglich:
A) Auf ihre Interessen zugeschnittene Werbung
B) Die volle Breitseite
Und bei der Auswahl könnte man schon wieder dazu tendieren, Alternative A als durchaus angenehm zu empfinden.
Merke: Man muss einfach die richtigen Fragen stellen.
Mehr zum Thema:
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Kunden wollen nützliche Informationen
Schlagworte: Internet Marketing, Schleichwerbung, Studie, Vertrieb, Werbung
2 Kommentare zu “Ist personalisierte Werbung auch unerwünscht?”
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[...] This post was mentioned on Twitter by Textberater.com and Werbebranche, Werbebranche. Werbebranche said: Ist personalisierte Werbung auch unerwünscht? – Textberater.com http://tinyurl.com/yagja99 [...]

Naja, die Nutzer könnten um die Werbung schon herumkommen, denn es gibt schließlich noch eine Möglichkeit c) Paid Content.
Auch bei dem Thema kommt in Umfragen (nicht überraschend) meistens heraus, dass kaum jemand für Inhalte bezahlen wolle.
Wirklich spannend wäre mal eine Gegenüberstellung, ob die Nutzer lieber einen geringen Betrag zahlen oder die Vermarkter Profile über ihre Interessen etc. anlegen lassen wollen. Also: Privatsphäre aufgeben oder Inhalte bezahlen.
Zudem bin ich fest davon überzeugt, dass personalisierte Werbung einen ganz großen Vorteil bei der Akzeptanz hat: Die Nutzer müssen viel weniger davon sehen. Dauert ein Werbeblock nicht 8 Minuten, sondern nur 1 Minute, wird das die Nutzer überzeugen. Das müssen sie aber erst einmal erleben.