Besucher vor Klicks
IVW stellt Visits in den Vordergrund der Online-Vermarktung
Am Montag 31 August 2009 von ThomasDie Währung in der Online-Werbung scheint sich auf eine feste Größe festzulegen: Visits, also Besucher auf der Webseite, lösen die bislang im Vordergrund stehenden Page Impressions (Seitenaufrufe) ab. Für Werbetreibende eine gute Nachricht, für viele Online-Portale eine Ernüchterung.
IVW, die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V., ist für jeden Online-Werber eine feste Adresse wenn es um die Reichweiten von Webseiten und anderen Medien geht.
Neue Ausweisung noch in diesem Jahr
Monatlich aktualisiert, präsentiert die IVW geprüfte Quoten aller Medien mit Rang und Namen. In der Online-Werbung galten dabei bisher die Page Impression (PI) als harte Währung. Die Visits wurden zwar auch erfasst, galten aber in der Regel nicht als Grundlage zur Berechnung der Werbeleistung.
Das hat sich jetzt geändert. Künftig stellen nicht mehr die Seitenaufrufe (PI) die wichtigste Kennzahl bei der Messung der Reichweite von Web-Angeboten dar, sondern die Visits, also die Anzahl der Besucher der Webseite. Die IVW benennt die Visits als “Anzahl der zusammenhängenden Nutzungsvorgänge eines Angebots”.
Die geänderte Ausweisung soll noch vor Ende des Jahres in Kraft treten. Dann werden die Visits auch noch besser analysiert, etwa nach Kategorien oder unterschiedlichen Bereichen einer Website.
Verzerrungen eingedämmt
Die neue Werbe-Währung ist vor allem gut für Werbetreibende. Je nach Aufmachung einzelner Online-Angebote liegt die durchschnittliche PI-Zahl beim 2 bis 20-Fachen der Zahl realer Nutzer, die die Seite besuchen.
So wundert es nicht, dass beispielsweise die meisten redaktionellen Online-Angebote auf die Generierung von Page-Impressions ausgelegt sind. Bildergalerien, Links zu kleinen Spielchen: Das alles bringt einzelne Nutzer dazu, möglichst oft zu klicken.
Müssen Online-Communities umdenken?
Allerdings bringen solche PI-Beförderer nur bedingt mehr Werbeleistung. Ob ein Banner 3 oder 13 Mal eingeblendet ist, macht beim Nutzer ja keinen Unterschied – wird aber bislang eiskalt abgerechnet.
Zu den Viel-Klicker-Seiten zählen auch die Online-Communities. Einzelne Nutzer klicken pro Besuch auf bis zu 100 verschiedene Seiten – zum Beispiel auf der Suche nach neuen Freunden.
Zwar hatte beispielsweise der VZ-Eigner Holtzbrinck schon vor längerer Zeit zugegeben, die PI nicht vergleichbar mit redaktionellen Seiten abrechnen zu können. Aber andererseits sind beispielsweise die neuen Features auf dem Business-Netzwerk Xing alles kleine Klickfang-Applikationen. Xing verdient am Großteil seiner Mitglieder über die Vermarktung von Werbung.
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