Goliath reicht David die Hand

JAKO: “Wir haben überreagiert”

Am Donnerstag 3 September 2009 von Thomas

Spielen wieder auf das gleiche Tor: Jako will Blogger verschonen

Spielen wieder auf das gleiche Tor: Jako will Blogger verschonen

Der in der Kritik stehende Sportartikelhersteller JAKO hat eine Pressemitteilung an Textberater.com geschickt. Darin spricht Rudi Sprügel, Vorstandsvorsitzender der JAKO AG, und versichert, den verklagten Blogger vor finanziellem Schaden zu bewahren.

Die Sicht JAKOs: „Der Fußballtrainer aus Nordrhein-Westfalen hatte das zum 20jährigen Firmenjubiläum kreierte JAKO-Logo mit Worten aus der Fäkalsprache kritisiert. Das ärgerte die Verantwortlichen bei JAKO.“

Rechtlich nichts vorzuwerfen

Die Äußerungen habe der Blogger zurücknehmen sollen. Daher sei eine Anwaltskanzlei eingeschaltet worden.

„Wir haben uns rein rechtlich überhaupt nichts vorzuwerfen“, sagt JAKO Chef Sprügel. „Aber rückblickend betrachtet, wäre es viel besser gewesen, wir hätten mit Herrn Baade persönlich Kontakt aufgenommen und die Sache mit ihm direkt geklärt.“

JAKO-Chef versichert, Blogger zu verschonen

Sprügel bedauere, dass sich die „Auseinandersetzung unnötigerweise so aufgeschaukelt hat”. Es sei unglücklich gewesen, nicht sofort auf die Anfragen von Bloggern und Journalisten zu reagieren: „Wir haben ja schließlich nichts zu verbergen.“

Sprügel will sich laut Mitteilung dafür einsetzen, dass Baade aus dieser Auseinandersetzung „keine finanziellen Nachteile erwachsen.“ Sprügel wörtlich: „Ich bin mir sicher, dass beide Seiten aus dieser unerfreulichen Geschichte gelernt haben.“

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13 Kommentare zu “JAKO: “Wir haben überreagiert””

  1. [...] Unternehmen. (2 Kommentare) Dann die Eilmeldung von JAKO: “Wir haben überreagiert”. Doch so recht kommt die Demut des Geläuterten nicht bei den Lesern an. (12 Kommentare) Kurzpass von Spreeblick.com. Dem Seiten-Betreiber drohen 250.000 Euro Strafe [...]

  2. j4k3 sagt:

    Abmahngung mit völlig überzogenem Gegenstandswert wegen einer satirischen Äusserung. Erneute Abmahnung wegen Vertragsbruch. Erneute Abmahnung wegen Vertragsbruch. PR-Supergau. Versuch eines Kollgen der Anwältin, Baaders Meinung zu erkaufen. Und jetzt diese Stellungnahme.

    Wenn ihr mich fragt, hört sich das glatt an, als ob die gleiche Abmahnkanzlei, die in den vergangenen Tagen einen Bock nach dem anderen geschossen hat, hier nochmal richtig auf die Kacke gehauen und dem Sprüngel die bescheuertste Stellungnahme diktiert hat, die man in dieser Situation nur von sich geben kann.

    EPIC FAIL!

  3. Chrristian sagt:

    Erstens stellt die Stellungnahme überhaupt keine Entschuldigung dar und zweitens finde ich es bedauerlich, dass sie auch nur unter öffentlichem Druck zustande kam.

    Zum anderen bin ich auch nicht der Meinung, dass “Baade daraufhin die Bloggerszene alamierte”. Das Art und Weise war einfach so dreist, dass das Thema ein Selbstläufer wurde.

    Auch dass die Stellungnahme zu 50% nur aus Werbung für das eigene Unternehmen besteht finde ich sehr unerfreulich.

    Ich finde es auch bedauerlich, dass ein Unternehmen durch eine in den Augen des Unternehmens “normale” Auseinandersetzung via Anwälten ein derart grosser Imageschaden entstanden ist, aber dass hängt wahrscheinlich auch nur damit zusammen, dass sich die Geschäftspraktiken der unternehmen in Zukunft erst noch an das nichts vergessende Netz gewöhnen muss. Sie müssen eben auch erst lernen, dass sie mit ihren gewohnten Praktiken (gleich den Anwalt anrufen) auf die Dauer nicht mehr damit durch kommen.

    just my 2 cents

  4. Pepino sagt:

    Entschuldigen? Wo?
    In der kompletten Werbebroschüre…. ähhhh…. Pressemitteilung kann ich nirgendwo eine Entschuldigung finden.

    Viel mehr versucht man weiterhin, den schwarzen Peter von sich zu schieben… Ihr Herren (und Damen?) bei Jako, Demut schaut anders aus!

  5. John Dean sagt:

    Die Kirche im Dorf stehen lassen! So wenig ich das Vorgehen von Jako und der von dieser Firma beauftragten Frau RAin billigen kann (man möge sich an dieser Stelle eine paar sehr derbe Schimpfworte dazudenken und in Wikipedia die Bedeutung des Begriffes “Sykophant” nachschlagen…), so schön ist es doch, dass die Firma Jako nunmehr verspricht, dass für den Blogger Baade keine finanziellen Nachteile entstehen sollen.

    Das ist ein gutes Wort – und wir sollten genau nachschauen, ob und in welcher Form es auch eingehalten wird. Im Übrigen ist dies ein kleiner bis mittlerer Sieg für die Presse- und Meinungsfreiheit, die durch das Abmahnunwesen (und noch mehr: durch die Untätigkeit der zuständigen Justizministerin Zypries) vielfach gefährdet ist.

    Und doch: Es ist ein Sieg von Blogistan.

    Sollte Jako tatsächlich finanziellen Schaden von Herrn Baade abwenden, verdient das Respekt. Der entstandene Imageschaden (inkl. einiger Auslistungen) wird sich allerdings nicht als vollständig heilbar erweisen. Sollte Jako jedoch sogar auf die Idee kommen, Geld für ein Schutzfond zugunsten gefährdeter Blogger zu spenden:

    Das wäre wohl noch besser.

    Immerhin kann man davon ausgehen, dass die Firma Jako ihre Lektion gelernt hat – und mehr noch, es ist ein Signal auch an viele andere.

  6. [...] JAKO AG hat mit einer Pressemitteilung an Textberater.com reagiert: „Der Fußballtrainer aus Nordrhein-Westfalen hatte das zum 20jährigen Firmenjubiläum [...]

  7. Jens sagt:

    Drei Tage und dann so eine müde Nummer von einer PR-Agentur. Da soll sich jeder seine eigene Meinung zu bilden. @Mike, was soll den am Internet “rechtsfrei” sein, wenn man für seine Meinung mit solchen Abmahnungen überzogen werden kann? Eigentlich sollte die Sache doch vor Gericht geklärt werden, ich würde dem Trainer Baade spenden.

  8. Jaqueline sagt:

    Jako sollte noch weiter an den Pranger gestellt werden. Herr Sprügel hat ja offenbar nichts daraus gelernt und ist völlig überfordert mit der Situation. Seine Aussage in der Pressemitteilung liest sich ja fast gnädig. Etwas mehr Demut wäre angebracht.

    Die Firma wird hoffentlich künftig als Synonym für misslungenes Internet-Marketing stehen und eine Warnung an alle anderen sein.

    Trainer Baader hat jedenfalls alles richtig gemacht.

  9. Mike sagt:

    Ich glaube eher, dass sich diese Passage “rechtlich nichts vorzuwerfen” etc. … auf die erste Instanz bezieht … und von überreaktion zu sprechen zeugt meiner ansicht nach von verständnis …

  10. [...] der Jako AG doch noch zu einer etwas ausführlicheren Stellungnahme durchringen können. Zu finden ist sie auf dem PR-Portal [...]

  11. Arno sagt:

    Also beharrt Herr Sprügel auf der Aussage, dass Herr Baade für den Spider verantwortlich ist, der den längst gelöschten Beitrag kopierte? Fazit: Nix gelernt. Ich schätze die Pressemitteilung kam per Fax – Internet können die unmöglich haben…

  12. Mike sagt:

    Ich finde bei aller Solidarisierung mit den Bloggern, sollte man das Netz nicht als prinzipiell rechtsfreien Raum erachten … Jako entschuldigt sich mit diesem Schreiben im Endeffekt und verharrt nicht mehr auf seiner Position – für mich ganz klar ein Fortschritt …

  13. Roland sagt:

    …unfasssbar-für mich. Nach Wochen und den extremen letzten Tagen, noch immer keine Einsicht zu zeigen….unglaublich!
    In welcher Welt lebt dieser Herr Sprügel?
    Man kann nur hoffen, ihn und seiner fachlichen Rechtberaterin wird die Rechnung (Real-Welt)einholen. Jako wird ein Markenzeichen – sicher.