Juristen entdecken das Web 2.0 als Beratungsfeld

Am Mittwoch 30 Dezember 2009 von Thomas

Social Media Policy ist das aus dem Amerikanischen herübergeschwappte Schlagwort, unter dem laut ftd.de Juristen neue Arbeitsfelder erschließen.

“Jeder Mitarbeiter kann sich bei seinen Facebook-Freunden und Twitter-Followern über Gott und die Arbeitswelt auslassen“, schreibt ftd.de hier.

Und weil im Web 2.0 jeder Mitarbeiter irgendwie auch für das Unternehmen bloggt, twittert oder facebooked, sehen auch Juristen Bedarf an neuen Leitlinien für die Unternehmenskommunikation.

Social Media Policy sind Verhaltenskodizes, mit denen sich Unternehmen vor unkontrolliertem Web-Tratsch der Mitarbeiter schützen wollen.

Arbeitnehmer dürfen nach bestehendem Recht zwar keine Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse weitergeben. Aber IT- und Arbeitsrechtler erkennen laut ftd.de Lücken im Regelwerk.

“Deutsche Unternehmen haben da noch enormen Nachholbedarf”, meint beispielsweise ein Jurist aus Frankfurt.

Textberater.com meint: Das Eine ist der verzeihliche PR-Sprech vom Nachholbedarf, mit dem man vor allem in der Kommunikations-Branche bei Kunden hausieren geht.

Wirklich interessant wird’s bei der Wahl der Waffen. Der Anwalt erwies sich in jüngster Vergangenheit nämlich nicht unbedingt als der beste Berater im Umgang mit Ärger aus dem Mitmachnetz.

Allzu schnell wurden beispielsweise kritische Blogger abgemahnt, was Image-Probleme ja erst eskalieren ließ.

Und ob ein von Juristen formuliertes Web 2.0-Regelwerk bei den Mitarbeitern fruchtet, ist bestenfalls fraglich. Brauchbare Kommunikations-Richtlinien leben nämlich von der Einfachheit ihrer Anwendung.

Zweifelsohne kommt mit dem Anwalt eine gewisse Ernsthaftigkeit ins Spiel. Allein die Tatsache, dass man als Arbeitgeber rechtliche Aspekte zur Sprache bringt, dürfte den normal-vernünftigen Arbeitnehmer von unwirschen Schimpftriaden in 140-Zeichen-Versen abhalten.

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