Reaktionen 2.0 auf Koalition in Thüringen

Jusos: “Posted auf Facebook Matschies Pinnwand voll”

Am Donnerstag 1 Oktober 2009 von Thomas

Christoph Matschies Facebook-Seite: Jusos stolpern knapp vor Mitsprache

Christoph Matschies Facebook-Seite: Jusos stolpern knapp vor Mitsprache

Thüringens SPD übernimmt die Juniorrolle in einer Regierung mit der CDU und zieht den Zorn der eigenen Junioren auf sich. Die Jusos haben aufgerufen, Christoph Matschies Facebook-Seite zu stürmen – und scheitern an der SPD-Krankheit.

Rot-Rot-Grün in Thüringen wird vorerst eine Idee bleiben. SPD-Chef Christoph Matschie verteidigte die Entscheidung als stabile und reformorientierte Lösung. Kritik an der Entscheidung kam aus den Reihen der Linken und Grünen – und vom SPD-Nachwuchs.

Das ist doch kein öffentlicher Raum

In den Diskussions-Foren der Jusos entstand die Idee, Matschie mit Facebook-Posts umzustimmen. Er sei immerhin noch Genosse, und vielleicht bewege man ihn zum Umdenken, hieß es da.

Die Antworten kamen zögerlich: Facebook sei doch kein öffentlicher Raum. Einträge auf der Seite Matschies seien damit kein Diskussions-Beitrag. Hin, her, zögern, vorbei – SPD eben, die sich derzeit mit Sinnsuche aufreibt.

Am Ende verblieb man gerecht und handlungsfrei: „Auch wenn es für Rot-Rot allein gereicht hätte: die Gefahr besteht, einen Thüringer Ypsilanti-Effekt zu bekommen.“

Facebook-Profil weiterhin völlig uninteressant

Matschies Facebook-Profil (450 Fans, zum Vergleich: Kanzlerin Merkel hat allein 60.000 VZ-Freunde) bleibt derweil weitgehend diskussionsfrei. Letzter Eintrag stammt von Matschie selbst:

Jetzt ist es Zeit, sich zu entscheiden. Neuer Schwung für Thüringen oder weiter Stillstand mit Althaus. Am 30. August geht es darum, ob wir eine Regierung bekommen, die für faire Löhne kämpft. Oder: Thüringen bleibt mit Dieter Althaus Billiglohnland.

In Thüringen wäre auch eine Koalition mit der Linken möglich gewesen. Unter dem Vorzeichen, dass die Bundes-SPD mit Gabriel und Nahles derzeit Richtung links wandert, ein vielleicht strategisch richtiger Schritt – gerade für Matschie. Aber auch hier: Hin, her, Althaus nein, CDU ja, keine Experimente.

Nach der katastrophalen Niederlage zur Bundestagswahl wurde die gesamte Parteispitze ausgetauscht. Sogar Münte wird sich vom Amt des SPD-Chefs zurückziehen.

Mehr zum Thema:
Wie die Regierung neue Themen setzen wird
Adenauers PR-Berater: Im heutigen Wahlkampf fehlen die Zusammenhänge
Angela Merkel hat die meisten Internet-Anhänger

Schlagworte: , ,

Kommentieren ist momentan nicht möglich.