Tipps aus Übersee

Kann eine PR-Agentur für zwei Konkurrenten gleichzeitig arbeiten?

Am Freitag 11 September 2009 von Thomas

Ja und nein: Die Kollegen aus den USA haben den Ernstfall diskutiert – mit einem PR-Haudegen aus der Berater-Szene und einem PR-Verantwortlichen eines global operierenden Unternehmens, das PR-Agenturen für sich arbeiten lässt.

Die PRWeekUS hat zwei alte Hasen der PR-Branche gegenübergestellt – hier ist der Artikel für registrierte Nutzer einsehbar.

„JA“, sagt Ethan Rasiel, New Yorker, Chef der Agentur Edelmann, 13 Jahre im Geschäft. Seine Begründung:

Finanzdienstleister, Juristen – alle möglichen Berater arbeiten regelmäßig für konkurrierende Klienten gleichzeitig. In der PR sei man über-korrekt. Natürlich gebe es Erzfeinde von Klienten, denen man auch aus dem Weg gehen sollte.

Aber bei der Bewertung, wer zu den Erzfeinden zählt und wer nicht, seien PR-Berater meist zu restriktiv.

„NEIN“, sagt John Taylor, PR- und Kommunikations-Chef von LG Electronics, 28 Jahre im Geschäft.

Die Fluktuation in PR-Agenturen sei zu groß. Ein Junior-Berater steigt auf und übernimmt andere Kunden innerhalb des Betriebs. Und was macht er mit seinen ganzen Insider-Wissen über den eben noch beratenen Konkurrenten?

Vor allem große Unternehmen können sich laut Taylor nicht auf das Risiko einlassen, dass die Konkurrenz in Sachen eigener PR-Strategie immer auf dem Laufenden ist.

Daher sei es auf lange Sicht für alle Beteiligten – PR-Agentur und Klient – das Beste, wenn man das Kunden-Portfolio „clean“ hält, also keine Konkurrenten gleichzeitig berät.

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