Murdoch und Microsoft schmieden Pakt gegen Google
Am Montag 23 November 2009 von Thomas
Wieder zeichnet sich ein Etappensieg für Microsofts Suchmaschine Bing ab. Mit der bewährten Kooperations-Strategie will der Emporkömmling dem Mega-Konkurrenten Google Verlage abjagen. Murdochs News Corp zeigt sich interessiert an einer exklusiven Kooperation – die allerdings auch das eine oder andere Risiko birgt.
Die Financial Times Deutschland meldet ernsthafte Kooperations-Vorhaben zwischen Microsoft und der Mediengruppe Rupert Murdochs, News Corp. Zu News Corp gehören unter anderem die US-Zeitung “Wall Street Journal” sowie das britische Boulevardblatt “Sun”
Google schon lange ein „Ärgernis“
Investment-Gigant Murdoch will endlich Cash sehen, wenn Suchmaschinen seine Inhalte im Web verbreiten. Microsoft will ihm dieses Fenster mit Bing öffnen.
Damit käme Microsoft seinem Ziel näher, Inhalte exklusiv über Bing auffindbar zu machen.
Die Chancen auf eine Einigung stehen gut. Schon seit geraumer Zeit wettern Verlage gegen die Kostenlos-Kultur im Web und beschuldigen Google, Werbeerlöse zu kassieren, ohne den Content-Erzeugern etwas abzugeben.
Microsoft bezuschusst technische Lösungen
Erster Schritt in Richtung „teile und herrsche“ ist eine finanzielle Unterstützung. Laut Medienberichten will Microsoft 100.000 Pfund (rund 112.000 Euro) investieren, um die technischen Voraussetzungen für Verlage zu schaffen.
Mit dem sogenannten Automated Content Access Protocol (ACAP) können Webseitenbetreiber bestimmen, welche Inhalte für Internetnutzer zugänglich sind – oder eben nur für Bares einzusehen sind.
Hauptgewinner der Kooperation wäre sicherlich Microsoft, dessen Suchmaschine Bing zwar schöner ist als die Konkurrenz, aber in Sachen Marktanteile eher vor sich hindümpelt. Google greift beispielsweise in Deutschland gut 85 Prozent der Suchanfragen ab.
Was wären wir ohne Google News?
Die Kooperation der Großen hat allerdings eine Schwäche: Sie vergisst die Kleinen. Nutzer- und gelerntes Suchverhalten sprechen klar für eine nachhaltige Kooperation mit Google. Dann wären da noch die unzähligen anderen News-Produzenten – allen voran die Öffentlich-Rechtlichen, die Google News nicht aussperren dürfen.
Ohne Google News – und um den Nachrichten-Service geht es ja in der Hauptsache – würden auch die großen Verlage an Nutzerzahlen einbüßen. Google hat daher auch ein gelassenes Statement gegenüber Spiegel Online zu dem Thema abgegeben: “Wenn sie uns mitteilen, dass wir ihre Inhalte nicht indexieren sollen, dann machen wir das natürlich auch nicht.”
Vor dem Hintergrund ähnelt die Aussperr-Kooperation einem Drohgebaren seitens Murdochs, um die Verhandlungs-Position gegenüber Google zu verbessern. Konkurrenz belebt das Geschäft.
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Schlagworte: Google, Google Adwords, Internet-Publikationen, Journalismus, Vertrieb
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