Der gute alte Newsletter
Warum Email-Marketing scheitert
Am Donnerstag 13 August 2009 von Thomas
Abgesehen von rechtlichen Fallstricken besteht beim Versand des vielleicht besten Online-Marketing-Instruments doch auch die Chance, zielgruppengenau und kostengünstig zu verkaufen. Was Newsletter und E-Mail-Kampagnen wirkungslos verhallen lässt – ein Fehler-Wiki von Textberater.com.
1. Mit der Tür in den Spamordner fallen
Emails werden in erster Linie dann geöffnet, wenn der Absender bekannt ist. Unbekannte Versender werden nicht nur von den meisten Mail-Programmen in den Spamfilter geschoben. Sie machen vor allem auch den Empfänger zunächst misstrauisch.
Tipp: Ein Newsletter lebt von der Regelmäßigkeit. Versenden Sie möglichst in gleich bleibenden Abständen ihre Botschaften – seien es redaktionelle oder verkaufsorientierte Mails. Wir empfehlen eine Frequenz von mindestens 6, besser 12 Mal pro Jahr. Tägliche Newsletter sind nur im Ausnahmefall erlaubt. Gehen Sie Ihren Kunden nicht auf die Nerven.
2. Immer das Gleiche
Ganz so viel Kontinuität sollten Sie allerdings auch nicht beweisen. Wenn der Kunde / Leser immer wieder aufs Neue in den Bann ihres Newsletters gezogen werden soll, müssen Sie seine Aufmerksamkeit wecken.
Tipp: Experimentieren Sie mit der Betreffzeile. Bringen Sie ihre wichtigsten Themen dort jedes Mal unter. Und halten Sie dabei den Ball so flach, wie es gut für das langfristige Image ihres Newsletters ist. Unwahre Versprechen glaubt der Empfänger einmal. Aber schon beim nächsten Newsletter wird er sich überlegen, ob er den reißerischen Worten Glauben schenken soll.
3. Lesen lohnt nicht
Ist der Newsletter mal geöffnet, geht es in Runde 2 im Kampf um die Gunst des Kunden. Versenden Sie keinen Newsletter, wenn Sie damit kein exklusives Angebot unterbreiten können.
Erfährt der Leser beispielsweise Neuigkeiten, die er schon kannte, wird er künftig Ihren Newsletter ignorieren. Bekommt der Kunde ein Angebot, von dem er schon wusste oder das er auch auf anderen Wegen bekommt, wird er nur noch die Abkürzung ohne den Newsletter gehen.
4. Passt nicht
Was interessiert den Empfänger eigentlich? Lassen Sie ihre Kunden auswählen, zu welchen Themen sie informiert werden wollen. Verfolgen Sie das Kaufverhalten ihrer Adressaten und sortieren Sie Inhalte aus dem Newsletter aus, die davon zu weit entfernt liegen.
5. Ist nicht streng genug
Die Formel jeden Marketing-Zaubers: AIDA: Attention, Interest, Desire, Aktion – richtig, man muss den Empfängern schon sagen, was Sie machen sollen. Sonst machen sie nämlich nichts.
Im Marketing-Sprech nennt man die Lösung „Call to Action“, also eine Aktion, die auf ihre Seiten, ihren Shop oder ihr Angebot führt – einfach als Link.
6. Guten Stil vergessen
Wer gelegentlich oder regelmäßig mit Online-Marketing zu tun hat kennt das: Die Rechenkünstler aus der Marketing-Abteilung reden über maximale Öffnungsraten und schieben die Schuld dafür besonders beliebten Schlagworten oder Formulierungen zu.
Keine Sorge, wir raten nicht dazu, solche Auswertungen zu ignorieren. Aber aus aktuellem Anlass: Für einen Appell zum nachhaltig guten Stil sollte die Zeit schon reichen.
Web.de versendete am 14. August eine Werbemail mit folgendem Betreff: Nur noch bis 31.08.: Endlos Surfen & Telefonieren! Textberater.com meint: Wenn man nur noch bis 31. August surfen und telefonieren kann, was hat das Angebot dann mit „endlos“ zu tun?
Natürlich meinte Web.de, das Angebot gäbe es noch bis 31.08. Der entsprechende Betreff hätte so lauten können:
Angebot bis 31.08.: Endlos Surfen & Telefonieren!
…so schwer ist es doch gar nicht.
Schlagworte: Internet Marketing, Newsletter, Online Marketing
Dieser Beitrag wurde am Donnerstag 13 August 2009 um 21:17 Uhr von Thomas veröffentlicht und unter Experten & Wissen, News gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Momentan ist weder das Kommentieren noch das Setzen eines Trackbacks möglich.
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