Klassische Werbung
Nominelle Print-Anzeigenpreise konstant, Rabatte wahrscheinlich
Am Mittwoch 2 September 2009 von Christina
Im kommenden Jahr sollen laut dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) die Anzeigenpreise für Zeitschriften lediglich um 1,6 Prozent steigen. Wahrscheinlicher als die Einschätzung nomineller Preise durch den VDZ ist jedoch ein realer Preisverfall.
Man wolle mit der moderaten Steigerung der Anzeigenpreise „ein wichtiges Signal an die werbungtreibende Wirtschaft mit Blick auf die notwendige Kostenstabilität und Planungssicherheit” geben, so ein Sprecher des VDZ.
Mehr als 600 Publikumszeitschriften hat der VDZ im Blick, wenn er seine Einschätzung abgibt.
Rabatte in Krisenzeiten höher
Was aus der Presse-Mitteilung nicht hervorgeht: Was Zeitschriften in ihre Media-Daten schreiben ist nur die halbe Wahrheit.
Schon in guten, besonders aber in schlechten Zeiten, werden Anzeigenpreise teils mit fetten Rabatten versehen. Das soll die Werbekunden bei der Stange halten.
Die Logik dahinter ist einfach: Unternehmen sparen in Krisenzeiten gerne am Marketing-Budget. Und die Listen von in bestimmten Medien werbenden Unternehmen sind nicht endlos lang. Entweder, sie schalten eine Anzeige, oder sie lassen es bleiben.
Ersteres ist auch für die Verlage immer besser als gar keine Anzeige. Offiziell wird darüber seitens der Medienbranche redlich geschwiegen.
Anzeigengeschäft läuft 2009 schlecht
Das Bild dürfte sich so abzeichnen: Massenmedien wie der Spiegel haben in diesem Jahr, vor allem durch die Bundestagswahl und die damit verbundene Wahlkampfwerbung, vermutlich ein kleines Polster.
Aber vor allem spezialisierte Verlage und Wirtschafts-Publikationen sind durch die gekürzten Budgets ihrer Werbekunden aufgeschmissen. Indizien: Die Wirtschaftswoche hat im laufenden Geschäftsjahr 37,2 Prozent im Anzeigengeschäft eingebüßt. Im Schnitt verloren die Publikumszeitschriften laut aktueller Anzeigenstatistik 16 Prozent.
Schlagworte: Journalismus, Marketing, Wahljahr 2009
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