„Who cares?“

Nutzer reagieren gelangweilt auf gekaperte Facebook-Gruppen

Am Mittwoch 11 November 2009 von Thomas

Kein Hacker-Angriff, sondern ein Datenschutz-Appell: Schwedische Aktivisten haben laut Medienberichten 289 Gruppen bei Facebook übernommen, um auf Datenschutzprobleme aufmerksam zu machen. Medien und Datenschützer werden aufmerksam. Das Netz reagiert mit Gähnen.

“Unser Hauptziel ist es, auf die Online-Privatsphäre aufmerksam zu machen“, schreiben die Aktivisten in ihrem Blog.

Die unter dem Namen „Control your Privacy“ für Aufsehen sorgenden Schweden tauschten Gruppen-Namen und Logos aus.

Außerdem mahnen sie innerhalb der Gruppen: „Wenn wir wollten, könnten wir dich in einem schlechten Licht dastehen lassen und deinen Ruf gravierend schädigen.“

Datenschutz-Thema gewohnt uninteressant für Nutzer

Controll your Privacy haben allerdings nichts gehackt. Stattdessen haben sie einfach die Gruppen-Moderation an sich gerissen. Wenn sich bei einer Facebook-Diskussionsgruppe der Gründer und einzige Moderator abmeldet, kann jeder die Kontrolle übernehmen.

Facebook zu der Sache gegenüber FOCUS Online: „Es gab keinen Hack und vertrauliche Informationen waren nicht gefährdet.“

Eine Sicherheitslücke gebe es bei dem Netzwerk nicht. Die gekaperten Gruppen würden dennoch gelöscht.

Die Schweden haben auch einen Video-Kanal bei Youtube. Doch die Resonanz der Zuschauer ist durchmischt. Einerseits ist das Video nicht gerade der Quotenrenner.

Andererseits zeugen auch die wenigen Kommentare dazu davon, dass die Botschaft keinen interessiert. Wörtlich heißt es da: „Who cares? Half the youtube people who do stupid shit are practically celebrities by now. If you do stupid shit…who cares.“

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