Warnung durch die Hintertür

Olympia: Doping-Meldungen als PR-Maßnahme

Am Sonntag 14 Februar 2010 von Thomas

Bevor es richtig los ging, vermeldete die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) 30 Fälle von positiv getesteten Sportlern. Allerdings sollte sich die Zahl als eher öffentlichkeitswirksam und abschreckend denn als aktuell herausstellen.

“Die Fälle sind nicht überraschend, meistens bekannt und von internationalen Verbänden veröffentlicht”, erklärte laut dpa WADA-Präsident John Fahey.

Und WADA-Generaldirektor David Howmann sagte: “Bei den Spielen in Vancouver gibt es noch keinen aktuellen Fall.”

Statt neue Doping-Fälle zu präsentieren, scheint die WADA jetzt erst mal ihre Errungenschaften verkünden zu wollen. Und da sich die Medien mehr für Doping-Sünder interessieren als für nicht aufgedeckte Fälle, ging die PR-Rechnung der WADA zunächst auf.

Zahlreiche Medien zitieren die Anti-Doping-Funktionäre mit Statements wie “Das (A.d.R. 30) ist eine signifikante Zahl, die zeigt, dass der Anti-Doping-Kampf immer effizienter und robuster als vor einigen Jahren geworden ist.” oder “Betrüger sind einfacher zu erwischen als bei früheren Olympischen Spielen und Paralympics.”

Ziel erreicht: Auch wenn die abschreckende Botschaft für Doping-Sünder durch die Hintertür eingeschleust wurde; jetzt ist sie jedenfalls angekommen.

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