Gewinner des Tages

Paid Content: Google hat wieder die Nase vorn

Am Donnerstag 10 September 2009 von Thomas

Eine Anlaufstelle für alle Abo-Leser: Google News integriert Paid Content

Eine Anlaufstelle für alle Abo-Leser: Google News integriert Paid Content

Handelsblatt setzt drauf, Burda fordert es schon lange: Paid Content, also redaktionelle Berichte gegen Bares, ist zur Zeit der Medien-Trend. Jetzt scheint auch Google sein News-Angebot den Forderungen der Verlage anzupassen – und könnte so den Ton angeben in der Zukunft der Medien.

Google plant angeblich eine Bezahl-Plattform für Zeitungsinhalte im Internet. Das berichten zahlreiche Medien, unter anderem niemanlab.org, die auch schon ein detailliertes Konzept vorliegen haben. Demnach können Zeitungen ihre Inhalte kostenpflichtig über Google News verbreiten.

Bezahlmodell wie iTunes

Bezahl-Modelle könnten aber “als wichtige Quellen zusätzlicher Einnahmen dienen”, so Google. Das Paid Content Modell (Google Checkout) solle iTunes ähneln, wo man einzelne Musik-Titel erwerben kann. Die Einnahmen würden dann zwischen Google und den Verlagen geteilt.

Der Plan würde gut ins Bild passen. Zahlreiche Verlage kündigten bereits an, ihre Inhalte monetarisieren zu wollen. Das wäre das Aus für den bestehenden Google News Service, der davon lebt, dass man frei auf die Artikel in den Medien verlinken kann.

Den News-Service aufzugeben, dazu hat Google aber keine Lust. Lange war die Nachrichten-Suchmaschine das Sorgenkind des Hauses und sollte zwischenzeitlich sogar eingestellt werden.

Verlage in der Zwickmühle, Google fein raus

Doch wenn jetzt die Verlage ihren Web-Inhalt versilblern, wäre es dumm von Google, nicht auf den Zug aufzuspringen.

Und auch wenn Burda einen Google News Konkurrenten in den Startlöchern hat: In Sachen Reichweite kommt keiner so schnell an den Internet-Riesen heran.

Wieder würde Google zum Gewinner eines Internet-Trends werden. Beschwerten sich Verlage bislang gerne darüber, dass Google mit ihren Inhalten Geld mache, so wird sich daran auch in Zukunft nichts ändern.

Außerdem werden die Nutzer nicht zu Dauer-Abonnenten zahlreicher Online-Angebote werden wollen. Stattdessen wird sich der Paid-Content-Clou hauptsächlich bei Google abspielen, wo man mit einem Nutzerkonto quasi jede Nachricht kaufen können wird.

Das kleinere Stück vom Kuchen bleibt den Verlagen. Sie stecken in der Zwickmühle: Werbeeinnahmen mit freien Inhalten, oder gefährlich wenig Nutzerzahlen und damit sinkende Werbeeinnahmen mit Paid Content. Solche Überlegungen muss Google nicht anstellen.

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