Gegen den Trend

Paid Content: Yahoo wittert Kostenlos-Nische

Am Freitag 18 September 2009 von Thomas

Fußball-Seiten und Börsen-Infos wieder kostenlos: Yahoo nach dem Motto "Was nichts kostet ist mehr wert"

Fußball-Seiten und Börsen-Infos wieder kostenlos: Yahoo nach dem Motto "Was nichts kostet ist mehr wert"

Obwohl Yahoo mit Paid Content, also kostenpflichtigen Inhalten im Web, mehr als 200 Millionen Dollar Umsatz pro Jahr macht, hat sich das Management jetzt für einen Schritt in die Gegenrichtung entschieden. Das Kalkül: Langfristige Bindung der Nutzer statt kurzfristige Gewinne.

Wie die Financial Times meldet, hat Yahoo bereits eine Fußball-Seite wieder auf freie Verfügbarkeit geschaltet, nachdem zwei Jahre lang Premium-Zugänge Geld gekostet hatten und laut FT.com 230 Millionen Umsatz generiert haben. Den gleichen Plan hätten Yahoo-Entscheider nun auch bei den Börsendiensten ergriffen.

Yahoo stellt sich damit gegen den Trend. Weltweit suchen Verlage nach alternativen Einnahmequellen, nachdem die Online-Werbeumsätze stagnieren. Das Wort der Stunde heißt Paid Content. Und sogar der User-Robin-Hood Google kommt den Verlagen dabei scheinbar entgegen.

Langfristige Kundenbindung wichtiger

Doch Yahoo setzt auf Nutzer, statt auf Umsätze. Jimmy Pitaro, Head of Media Businesses bei Yahoo: “We decided the small amount of revenue we were generating from real-time statistics was not significant enough to justify presenting a less attractive user experience.”

Der Satz könnte vom Kapitalismus-Kritiker Micheal Moore stammen, der unlängst den Umsatz-Wahnsinn der Verlage als Grund für deren Niedergang ausmachte.

Und was ist mit den Usern: Die Nutzerzahlen steigen laut Yahoo drastisch nach dem Kostenlos-Vorstoß. Das reiche zwar noch nicht, um die Ausfälle an Paid Content zu decken, aber „is very clear we need to be focused on the long-term”, so Yahoo mit Blick auf die langfristige Nutzerbindung.

Was nichts kostet, ist mehr wert

Yahoo sei von seiner neuen Kostenlos-Kultur so überzeugt, dass man die als Hauptargument im Kontakt mit Werbepartnern gerne präsentiere. „Wir sind jetzt in der Lage, Werbepartnern gegenüber zu treten und zu sagen: Seht, das Produkt ist jetzt noch besser, weil es besser für den User ist“, so Yahoo gegenüber FT.com.

Auch die mobile Nutzung sei nun vereinfacht. Und man könne die Sendungen und Artikel samt Werbebotschaften über breitere Kanäle streuen, als lediglich über eine Bezahl-Plattform.

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