Aufgelesen
PR-Agenturen sollen auf Erfolgs-Boni setzen
Am Donnerstag 5 November 2009 von ThomasPR-Blogger Mike Schnoor bemängelt fehlenden Dienstleistungscharakter auf Basis von Erfolgen in der PR und sieht darin die Zukunft der Branche. Kritik, Ideen, Diskussion.
Mike Schnoor meldet sich hier in einem lesenswerten Artikel zu Wort. Seine These: Weg von monatlichen Flatrates, den so genannten Retainer-Verträgen, bei denen Agenturen Pauschalen von ihren Kunden kassieren.
Stattdessen solle man auf erfolgsbasierte Vergütung setzen. Beispiel: 500 Euro für einen nett platzierten Artikel.
Der relativ lange Text kommt hie und da zu dem Schluss, dass die PR-Dienstleister nur bei Erfolgs-Vergütung richtig motiviert seien. Doch fragt sich der Autor allerdings auch selbst: Wie genau kann man die „kalkuliarbare Erfolgskomponente“ berechnen.
Textberater.com mit einer Replik: An sich keine schlechte Idee, die Sache mit der Erfolgshonorierung. Deswegen wird das wohl auch bereits massenweise so praktiziert.
Die Kritik am Retainer-Modell ist jedoch der Klassiker, wenn sich „kleine“ PR-Berater über „große“ Agenturen auslassen. Und an dieser Stelle wird das Argument auch schnell weich, weil es eben nur für einen sehr begrenzten Teil der Branche gilt.
Große Kunden verteilen große Etats an große Agenturen ja nicht ohne Grund. Solche Verträge mit langer Laufzeit erzeugen eine Form der Sicherheit, die mit den von Schnoor vorgeschlagenen 1.000 Euro pro Monat nicht zu erreichen wäre.
Beispiel PR-Krise: Hat der Kunde seinen PR-Dienstleister über einen umfangreichen Retainer-Vertrag an sich gebunden, kann er auch schnelle Hilfe im Ernstfall erwarten.
Noch ein Größen-Problem in Schnoors Argumentation: Große Kunden vergeben gerne stetig anfallende Aufgaben an einen PR-Dienstleister. Regelmäßige Redaktion von Publikationen, regelmäßiges Versenden von Kunden-Newslettern, regelmäßige Herausgabe von Pressemitteilungen usw.
Kann ein Auftraggeber die stetig anfallenden Aufgaben gut über eine Flatrate kalkulieren, würde die PR-Agentur sich schön ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie ihren Kunden mit ständigen Mini-Abrechnungen nervte.
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Schlagworte: nachhaltige Kommunikation, PR Strategie, Pressearbeit

Hi Thomas, vielen Dank für deine Aufnahme des Themas. Ich gebe Dir vollkommen Recht: Das Größenproblem spricht im Prinzip Bände. In meinem Artikel versuchte ich – und das ergänze ich gleich noch – in die Lage von vergleichsweise kleinen Unternehmen hineinzudenken, dabei insbesondere in die Gedankengänge von Startups.