Thema Bildungspolitik
PR-Mama landet bei Anne Will und im Spiegel
Am Donnerstag 3 Dezember 2009 von ThomasLaut Nachdenkseiten hat sich eine als besorgte Mutter getarnte PR-Beraterin bei Anne Will und Hart aber Fair präsentiert. Auch im Spiegel sei sie mit ihrer Botschaft für eine amerikanische Privatschulen-Kette gelandet.
Nachdenkseiten ist die Web-Publikation von Medien-Kritiker Albrecht Müller, der unter anderem das Buch Meinungsmache publizierte.
Jedenfalls: Hier gibt’s Tacheles in Sachen verdeckte PR. Ein Leser habe in einem Brief an Nachdenkseiten die Vermutung geäußert, dass die bei Anne Will aufgetretene Bildungs-Mutter Astrid Nelke einen verdeckten PR-Auftritt hingelegt hatte.
Wörtlich heißt es:
Eine Internetrecherche auf der Seite von Frau Nelke-Mayenknecht brachte ein überraschendes Ergebnis: Unter dem Link „referenzen“ liest man den Satz „Astrid Nelke-Mayenknecht unterstützt FasTracKids im Bereich PR und Öffentlichkeitsarbeit seit Februar 2007.“ Das hat uns Frau Will verschwiegen!
Sie tingelt als angeblich unabhängige Mutter von drei Kindern, die das Beste für den Nachwuchs will, durch die Talkshows (bei Plasberg war sie auch schon), lässt sich im „Spiegel“ zum Thema Bildung als bildungsbeflissene Mutter, die sich für Privatschulen einsetzt zitieren, und promotet dadurch ihre Kunden.“
Spiegel: „Das ist kein Drama“
Die der Schleichwerbung bezichtigte Nelke sieht das anders. Sie arbeite längst nicht mehr für die beworbene Schule FasTracKids. Und außerdem habe sie für ihre Leistung kein Geld verlangt.
Etwas mehr Betroffenheit zeigt da schon der “Spiegel”. “Wir hätten darauf hinweisen sollen”, sagt ein Verlagssprecher mit Blick auf die PR-Verbindung zwischen Nelke und der Schule. “Aber es ist kein Drama, dass wir es nicht getan haben.” Schließlich habe man sehr kritisch berichtet.
Bei “Hart aber fair” sei FasTracKids übrigens als Verein vorgestellt worden. Tatsächlich handelt es sich laut Hamburger Abendblatt um ein US-Unternehmen mit Niederlassungen in über 50 Ländern.
Müller: Problem der Auslagerung von Produktionen
PR-Kritiker Müller erklärt die Grenzauflösung zwischen PR und Redaktion im TV übrigens damit, dass Produktionen mehr und mehr an private Anbieter ausgelagert werden. Beispiele:
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Anne Will wird von „Will Media GmbH“ produziert
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„Hart aber fair“ seit 2005 von der Fernsehproduktionsfirma „Ansager & Schnipselmann“, deren Inhaber Frank Plasberg und Jürgen Schulte sind
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Kerner produziert seine Sendungen für Sat1 bei seiner „JBK TV Produktion“
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Die AVE Gesellschaft für Fernsehproduktion mbH, eine Tochter der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, produzierte die SWR-Sendung „Quergefragt“.
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Schlagworte: Ethik, Journalismus, nachhaltige Kommunikation, PR-Affäre, Schleichwerbung
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