Andere Länder, härtere Sitten
Russland: Blogger wegen Terror-Gefahr verhaftet
Am Sonntag 6 Dezember 2009 von ThomasIn der Begründung für die Haft werden „falsche Informationen im Bezug auf einen terroristischen Akt“ genannt. Dafür wurde ein russischer Medizin-Student und Blogger laut Medienberichten weggesperrt. Er hatte zum Thema Schweinegrippe und Pest Artikel geschrieben, in denen er der Regierung Vertuschung vorwarf.
Blogger Peregorodiev hielt Dementi der Regierung für unglaubwürdig, die den Ausbruch von Schweinegrippe und einer Pest-Seuche abstritten. Laut Gullinews schrieb er wörtlich (übersetzt):
“Es sieht so aus als hätten wir eine Seuche. ‘Die Ergebnisse der Autopsie von Personen die an der Schweinegrippe gestorben sind [...] verursachten Panik. Nach Angaben von Zeugen ähnelten die Lungenschäden den in der medizinischen Literatur beschriebenen Lungenpest-Fällen.’ Sagen unsere Behörden die Wahrheit, wenn sie solche Informationen verwerfen? Heute planen sie, Desinfektionsmittel gegen Lungenpest von Helikoptern zu versprühen…”
Später habe er noch nachgelegt mit “Neuigkeit von der Epidemie-Station”, dass die Helikopter nun mit einer desinfizierenden Lösung beladen seien.
Zensur?
Die Behörden widersprachen. Zwar habe es 17 Fälle gegeben, in denen die Schweinegrippe tödlich verlaufen sei. Die Pest sei aber nicht ausgebrochen. Die Behörden gingen gegen den Mann vor.
Ähnliche Gerüchte hatten knapp einen Monat zuvor in der Ukraine zu einer Schweinegrippen-Panik geführt. Das scheint auch der Hintergrund zu sein, warum die Behörden von einem terroristischen Akt sprechen.
Gullinews bewertet den Fall dagegen als ein Beispiel von Zensur, die sich nun auf die Bloggerwelt ausbreite. Verhaftungen, Ermordungen und Bedrohungen von russischen Journalisten seien keine Seltenheit.
Textberater.com erklärt: Es wird schwer werden, die Faktenlage objektiv zu bewerten. Aber klar ist: Sollte Blogger Peregorodiev seine Behauptungen nicht beweisen können, könnte er wegen Falschaussagen rechtlich zur Verantwortung gezogen werden.
In Deutschland werden in Fällen von falschen Fakten in Medien in der Regel Gegendarstellungen erwirkt. Sollten die Falschaussagen jedoch erheblichen Schaden für den oder die Betroffenen zur Folge haben, sind auch saftige Geldstrafen drin.
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Schlagworte: Blog, Ethik, Internet-Recht, PR-Affäre, Social Media
Dieser Beitrag wurde am Sonntag 6 Dezember 2009 um 15:56 Uhr von Thomas veröffentlicht und unter News gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Momentan ist weder das Kommentieren noch das Setzen eines Trackbacks möglich.

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