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Schmuddel-Werbung im Trend

Am Montag 31 August 2009 von Thomas

Unschlagbar geschmacklos: Acer zog die Kampagne nach der Rüge zurück

Unschlagbar geschmacklos: Acer zog die Kampagne nach der Rüge zurück

Sexismus und Gewaltverherrlichung: Der Deutsche Werberat sieht die Wirtschaftskrise als Grund für immer aggressiveres Marketing. Die Anzahl gerügter Werbe-Motive stieg 2008 um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Deutsche Werberat ist eine Instanz zur Selbstkontrolle der Branche und passt auf, dass auf die Gefühle der Konsumenten Rücksicht genommen wird.

Allerdings scheint Rücksichtnahme nicht gerade angesagt zu sein. So sei die Anzahl der Kampagnen um 25 Prozent auf insgesamt 147 gestiegen, die zu Protesten aus der Bevölkerung geführt haben.

Aufmerksamkeit ist nicht alles

Und auch der Werberat hat laut eigenen Angaben 39 Mal Kritik an Werbe-Rüpeleien geübt. Im Vorjahr war das nur 30 Mal der Fall.

Als Ursache für die aggressive Werbung sieht der Werberat den gestiegenen Leistungsdruck auf den Märkten. Vor allem kleinere Firmen seien der Auffassung, dass es in der Werbung hauptsächlich um die Produktion von Aufmerksamkeit geht.

Der Werberat dazu: Aufsehen allein schafft selten Ansehen für Marken und weckt kaum Sympathien für angebotene Waren und Dienstleistungen. Aggressive Werbemethoden wandelten sich vielmehr häufig zum betriebswirtschaftlichen Bumerang, der Kundenbeziehungen stören könne.

Rüpel-Werbung-Beispiele:

MSI Technologie kassierte eine harte Linke für den blutbespritzten Boxer, dessen Bild für ein „unschlagbares“ Notebook warb.

Die Hotelkette Hostel A&O wurde offen kritisiert zu ihrer Kampagne „24 Stunden offen“: Zu sehen war der Unterleib einer Frau im Bikini mit der Aufschrift in Höhe des Schambereichs “24 h open” sowie der Text “Sexy Preise”.Und auch die Baufirma WOFA GmbH lief beim Werberat vor eine Rügen-Wand, für die Plakate eines Frauengesäß’ im String und dem Text “Nicht überall sieht Wasser so attraktiv aus”.

Freisprüche gab es auch

Nicht alle Beschwerden aus der Bevölkerung münzte der Werberat in eine Rüge. 1.008 Kampagnen wurden bereits im ersten Halbjahr 2009 vom Vorwurf der Rüpel-Werbung freigesprochen.

Unter anderem drehte sich eine Beschwerde um die Diskriminierung religiöser Gruppen, weil ein Schaumbad-Hersteller sein Produkt mit dem Spruch ‘höllisch gut’ und der Frage „Heute schon gesündigt?” bewarb.

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