Vertrauensverlust
SchülerVZ der Fehlinformation überführt
Am Mittwoch 28 Oktober 2009 von Thomas
Unerklärlich? Textberater.com berichtete bereits am 18. Oktober, dass auch geheime Daten vom Hacker-Angriff auf SchülerVZ betroffen waren. Doch erst jetzt durchspült die Meldung die großen Medien – zum Nachteil von SchülerVZ.
Die Salamischeiben schneiden zurück. Wie von VZ in Pressemitteilungen beteuert, schrieben Süddeutsche, Spiegel und Co., dass die Datenpanne bei SchülerVZ lediglich für Jeden zugängliche Profil-Informationen betroffen habe.
Große Medien vorsichtig…
Textberater.com hatte sich da eine Schicht tiefer in das Recherche-Material gegraben und herausgefunden, dass auch private Daten gehackt worden waren.
Verständlich, dass man in den Redaktionen der großen Verlage lieber völlig auf Spekulationen verzichtet. Unverständlich, dass SchülerVZ eine derart schlechte Informations-Politik fährt.
…aber nur beim ersten Mal
Das Ergebnis der Verleugnung zu den geheimen Daten: Die Geschichte macht ein zweites Mal die Runde. Und alle, die um den 18. Oktober gerade in den Ferien waren, bekommen jetzt die zweite Ladung Wahrheit ab.
Die erste Ladung Wahrheit blieb übrigens wegen einer anderen Geschichte auch nur am Wahrnehmungs-Rand. Jack Wolfskin tat SchülerVZ einen riesigen Gefallen, indem man im Hause des Outdoor-Herstellers für massenweise PR-Krisen-Meldungen sorgte.
Datenschützer haben aufgerüstet
Und so arbeiteten sich die Datenschützer mit allgemeinen Statements an der VZ-Geschichte ab. Bis die Sicherheits-Protagonisten zielgenaue Kritik an VZ abgeben konnten, war die Story schon wieder kalt.
Jetzt ist die Story wieder heiß. Und die Datenschützer sind vorbereitet. So forderte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) umgehend, dass VZ seine Mitglieder-Daten sichern solle.
Glaubwürdigkeits-Problem verstärkt
Und das PR-Desaster nimmt wieder Anlauf. Wie Textberater.com bereits im Zuge der ersten Hacker-Welle meinte, liegt das eigentliche PR-Problem ja nicht darin, dass Nutzer jetzt verschärft auf ihre Datensicherheit achten werden.
Das zentrale Problem von VZ hat vor allem mit Glaubwürdigkeit zu tun. Und die wird jetzt vollends durch den Kakao gezogen.
Unschöner Nebeneffekt: Plötzlich reden alle über geheime Daten. Was bitteschön für geheime Daten? Lieblingsmusik, Geburtstage, Email-Adressen? Wer nicht will, dass solche Informationen über die eigene Person bekannt werden, muss heutzutage schon mindestens in ein Kloster eintreten.
Dennoch: Die wachsame Mama hört die Signale und wird dem Sohnemann künftig tendenziell von einem Eintrag auf einem der VZ-Netzwerke dringend abraten.
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Schlagworte: Krisen-PR, Pannen, PR-Affäre, Social Media, Web 2.0
Dieser Beitrag wurde am Mittwoch 28 Oktober 2009 um 13:38 Uhr von Thomas veröffentlicht und unter News gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Momentan ist weder das Kommentieren noch das Setzen eines Trackbacks möglich.
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