Für eine Handvoll Daten

Update: SchülerVZ-Hacker begeht Selbstmord

Am Sonntag 1 November 2009 von Thomas

Neuigkeiten zu Todes-Umständen, SchülerVZ gibt Erklärung ab: Der mutmaßliche Erpresser von SchülerVZ hat sich am Samstag in der Untersuchungshaft das Leben genommen.

Der 20 Jahre alte Verdächtige saß in der Berliner Vollzugsanstalt Plötzensee ein. Man habe den Mann tot in seiner Zelle gefunden, sagte ein Sprecher der Justiz. Details zu seinem Ableben sind jezt bekannt geworden.

Der junge Mann saß laut Medienberichten in Einzelhaft. Wobei damit jedoch gemeint zu sein scheint, dass er lediglich eine Einzelzelle hatte. Der Verdächtige Matthias L. hatte am Samstag gegen 9 Uhr sein Bettlaken zerrissen und sich damit am Fenster seiner Zelle erhengt.

SchülerVZ erklärte: “Wir kennen keine Hintergründe und bedauern diese Entwicklung zutiefst. Allen Angehörigen sprechen wir unser Beileid aus.”

Spiegel Online schreibt, dass die Internet-Gemeinde schockiert auf den Tod des Hackers reagierte. Das kann Textberater.com nicht bestätigen. Wir haben Kommentare zu diesem Artikel nicht freigegeben, da sich darin mitunter recht pietätlos über das Ableben des jungen Mannes geäußert wurde. Aus Fairness-Gründen haben wir die Kommentarfunktion ganz deaktiviert

Der Verdächtige Matthias L. war zehn Tage vor seinem Tod in Berlin festgenommen worden und hatte die versuchte Erpressung gestanden, jedoch keine weitere Erklärung abgegeben. Seine Forderung: 80.000 Euro für 1,6 Millionen gehackte Datensätze von Mitgliedern der Community SchülerVZ.

Trauriger Höhepunkt einer Skandalserie

Der Tatverdächtige soll den VZ-Netzwerken damit gedroht haben, die Daten ins Ausland, etwa nach Osteuropa, zu verkaufen, falls er kein Geld erhalte

Bei einem Treffen riefen die VZ-Betreiber die Polizei, die den Mann verhaftete.

Der Selbstmord des jungen Mannes markiert den traurigen Höhepunkt einer beispiellosen Skandalserie. Zunächst hieß es seitens SchülerVZ, es seien nur öffentlich zugängliche Daten gehackt worden.

Dann kam heraus, dass die Sicherheitslücke bereits seit mehreren Monaten bekannt war. Außerdem hatten die VZ-Betreiber offenbar verschwiegen, dass auch „geheime“ Daten wie Profilbilder, Geburtstage und Telefonnummern aus der Web-Community herauskopiert worden waren.

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