Gute Presse, schlechte Presse
Schwere Kritik an Spiegel Online Testbericht
Am Samstag 28 November 2009 von Thomas„Spiegel Redakteur bewirbt sich um PR Stelle bei Nokia“, titelt netbooknews und schwingt die Kritik-Keule: Falsche Einschätzungen in Sachen Technik, allzu löbliche Botschaft in Sachen Wertigkeit. Und schnell dreht sich die Diskussion – auch im Spiegel Online Forum – zum Schaden des getesteten Netbooks Nokia 3G.
Ist der Testbericht zu nett, wird der Leser zum Journalisten: Auch im Spiegel Online-Forum wird auf den kritischen Artikel auf Netbooknews verwiesen. Die Leser bescheinigen dem Spiegel Online-Tester Matthias Kremp einerseits, es in Sachen technischer Ausstattung zu gut zu meinen.
Andererseits fragt sich der eine oder andere Mit-Diskutierer, wie man von Wertstabilität beim Wiederverkauf schreiben kann.
Fazit von Netbooknews: Der “Test” war fuer die Fuesse und es schaut so aus, als haette es dafuer nun ein kostenneutrales Netbook aus Finnland fuer dich (A.d.R: Gemeint ist Autor Kremp) gegeben.
Erster Pferdefuß der Diskussion: Da der Testbericht auf Spiegel Online den Lesern zu wenig kritisch war, übernehmen sie das Kritik-Ruder im Forum. Die Kommentare lesen sich tatsächlich spannender als der Artikel. Beispiele:
Richtig, und bei üppigen 729 Euronen wundert mich es einfach das der Spiegel hier von “vieles besser gemacht” spricht.
Übrigens: Bei 1280 x 720 Bildpunkten sprechen Fachleute nicht von einem HD Format , da nützt es dann auch nichts wenn “und es sieht verdammt gut aus” Nokia den Leuten nur das Geld aus der Tasche ziehen will und kein Gerät anbietet das dem auch gerecht wird.
Und so provoziert der als zu nett empfundene Beitrag eine ganze Latte von Argumenten gegen einen Kauf des Produkts. Das Nachsehen hat Nokia.
Zweiter Pferdefuß: Die gute alte „kritischer Journalismus“-Diskussion. Wie neutral wird da getestet? Wie viel Zeit nehmen die sich noch, um objektive Empfehlungen auszusprechen?
Diese Debatte interessiert zwar keinen Leser, aber dafür jeden Journalisten. Und wer ist das dank Social Media nicht?
Textberater.com mit der Erklärung für ein Nebenthema, das nun wirklich nur noch die Schreiberlinge interessieren dürfte: Einer der Kritik-Punkte seitens netbooknews war auch die unterschiedlichen Überschriften für ein und den selben Text.
Im Netzwelt-Artikel auf Spiegel.de lautete die Überschrift: Das Netbook, das ein Macbook sein könnte
Im Manager-Magazin hieß die Überschrift: Das Büro für die U-Bahn
…da kann man ein Auge zudrücken. Tatsächlich lesen in der Netzwelt die Lifestyle-Interessierten, die man mit dem vielleicht etwas poetisch ausufernden Macbook-Vergleich anspricht. Im Managermagazin werden die Stories gerne auf Business gedreht – dementsprechend wenig originell aber passend die Headline mit dem Büro.
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Schlagworte: Journalismus, PR, Schleichwerbung, Social Media, Web 2.0
Dieser Beitrag wurde am Samstag 28 November 2009 um 22:11 Uhr von Thomas veröffentlicht und unter News gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Momentan ist weder das Kommentieren noch das Setzen eines Trackbacks möglich.

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