Manipuliertes Gutachten

Sicherheit im Endlager Gorleben nur ein PR-Gag

Am Mittwoch 9 September 2009 von Christina

35 Jahre Proteste: "Gorleben ist sicher"

35 Jahre Proteste: "Gorleben ist sicher"

Hat Helmut Kohl Druck auf Wissenschaftler ausgeübt, damit die das Atommüll-Endlager Gorleben empfehlen? Die Süddeutsche Zeitung bringt Beweise ins Spiel, die den Mechanismus von Macht und Wahrheit in der Öffentlichkeitsarbeit beleuchten.

1983: Die Entscheidung zum Endlager Gorleben stand an. Die damalige Regierung unter Helmut Kohl (CDU) drängte die Ministerien für Forschung und für Inneres sowie die inhaltlich verantwortliche Physikalisch-Technische Bundesanstalt, ein maßgebliches Gutachten in wichtigen Passagen umzuschreiben.

Wünschenswerte Ergebnisse nach vorn

Die Süddeutsche hat ein Fernschreiben dazu ausgegraben, in dem die Ergebnisse einer entscheidenden Studie quasi den Wissenschaftlern in die Feder diktiert wurden. So sollte ein Kapitel „sinngemäß mit der Feststellung schließen“, dass „die Eignungshöffigkeit des Salzstockes Gorleben für die Errichtung eines Endlagers substantiell untermauert“ werde.

Weiter heißt es: „Es ist zu prüfen, ob dieser Abschnitt mit der Aussage schließen kann, dass nach Einschätzung der Fachleute die noch zu erzielenden Ergebnisse und abzuleitenden Aussagen die Eignungshöffigkeit des Salzstocks voraussichtlich nicht in Frage stellen können.“

Unerwünschte Ergebnisse in den Hintergrund

Und auch die Zusammenfassung – mehr lesen Journalisten in der Regel eh nicht (obwohl, 1983 gab es ja noch keine Krise, die zur Schlampigkeit zwang) – gab es laut Zeitung einen zwingenden Vorschlag: Dass nämlich „berechtigte Hoffnung besteht, dass im Salzstock Gorleben ein Endlager für alle Arten von radioaktiven Abfällen“ eingerichtet werden könne.

Die Risiken sollten in den Hintergrund gestellt werden. Zum Beispiel der „vermutlich hypothetischen Störfall des Wasser- und Laugenzutritts“.

Die Gefahr, dass radioaktive Substanzen ins Grundwasser gelangen könnten, hat dann laut „Süddeutscher Zeitung“ in dem Bericht auch keine besondere Rolle mehr gespielt.

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