Tag 25 nach dem Bekanntwerden des Daten-Diebstahls

Stern meldet Vertragsentwurf zwischen Hacker und SchülerVZ

Am Mittwoch 11 November 2009 von Thomas

Erst landet ein Chatprotokoll zwischen Hacker und VZnet im Spiegel. Jetzt bringt der Stern Aussagen aus dem Verhör-Protokoll der Polizei, demnach sich der mutmaßliche Hacker laut eigenen Angaben mit VZnet auf einen Vertragsentwurf über eine freiwillige Abfindung geeinigt hatte. VZ bleibt vorerst bei seiner Version der Geschichte…

…demnach zu keinem Zeitpunkt ein Schweigegeld angeboten worden sei. Bislang hat die Daten-Affäre die VZ-Nutzer kalt gelassen. Laut IVW liegen SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ weiterhin in den Top-Rängen deutscher Webseiten. Vielleicht weiß man auch nicht, was man sagen soll. So ganz unverständlich wäre das nicht.

Die einst harmlose Datenpanne hat sich binnen 3 Wochen zum Wirtschaftskrimi gemausert, der neben so ziemlich jeder Tageszeitung samt Online-Auftritt jetzt auch die großen Wochen-Zeitschriften beschäftigt.

Jedenfalls berichtet der Stern in seiner neuen Ausgabe, der 20-jährige mutmaßliche Hacker habe während seiner Vernehmung durch die Polizei von einem Vertragsentwurf gesprochen – zwischen ihm und dem VZ-Chef Markus Berger-de León.

Kam die Polizei nur, weil keine Namen fielen?

Ähnliches hatte auch schon der Anwalt des jungen Mannes behauptet und damit die Erpressungs-Vorwürfe von VZnet infrage gestellt.

VZ habe, entgegen eigener Aussagen, einer Zahlung von 80.000 Euro zugestimmt, wenn der 20-Jährige die Forderungen der Firma erfülle. Es sei darum gegangen, das Datenleck geheim zu halten, so der Anwalt.

Laut Stern wurde der junge Mann auch nur deswegen während der Verhandlungen der Polizei ausgeliefert, weil er nicht die Personen verraten wollte, die außer ihm im Besitz der gesammelten Daten waren.

Der junge Mann hatte sich nach zwei Wochen in der Untersuchungshaft in Berlin Plötzensee das Leben genommen.

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