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Sun Chronicle will Geld für Online-Kommentare

Am Donnerstag 15 Juli 2010 von Christina

Die amerikanische Zeitung Sun Chronicle verlangt seit gestern rund einen Dollar von jedem, der einen Artikel auf dem Chronicle-Portal kommentieren will.

Mehr noch: Der Kommentator muss mit Kreditkarte zahlen und sein echter Name erscheint mit dem Eintrag, wie mehrere amerikanische Medien berichten.

Inhalte zähmen wollen

Oreste P. D’Arconte, Verleger der Zeitung aus Massachusetts, sagte, dass seine Paid-Content-Modell ein Versuch sei, Verstöße gegen die Richtlinien der Zeitung wie zum Beispiel haltlose Anschuldigungen oder falsche Behauptungen zu verhindern.

Ob das allerdings mit den Strukturen und Grundsätzen von Demokratie und Internet zu vereinen ist, wird sich zeigen. Schließlich befähigt Anonymität in manchen Bereichen erst zur Rede- bzw. Fragefreiheit.

Community veröden lassen

Schwer vorstellbar, dass intime Gesundheits- oder Finanzproblemen als Reaktion auf entsprechende Artikel des Chronicles künftig noch rege diskutiert werden.

Noch ein Grund, weshalb die Chronicle-Community wohl eher schrumpfen wird: Kommentare sind unmittelbare Reaktionen auf Gelesenes. Wer sich erst noch durch eine Anmeldeschleife durchwursteln muss – selbst wenn’s schnell geht – verliert die Lust am Kommentieren.

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