So geht's
taz: So macht man Titelseiten
Am Mittwoch 2 Dezember 2009 von Thomas
Unter dem Motto “Je bekannter die Nachricht, desto mehr kann man spielen” verrät der Seite-1-Mann der tageszeitung (taz) das Geheimnis guter Titelseiten.
Die besten Titelseiten der taz standen zur Wahl. Und anlässlich der Kreativ-Schau hat Titelchef Klaus Hillenbrand in einem Interview die Geheimnisse des Aufmacher-Machens erklärt.
Das ganze Interview nebst gelungener Titelseiten gibt’s im hier im Hausblog der taz. Die Essenz. Statt Kreativität steckt vor allem Arbeit hinter gelungenen ersten Seiten von Zeitungen. Hillenbrand wörtlich:
Die spontane, geniale Idee ist der Idealfall, die Regel ist: viel Arbeit. Immer einer der Chefs vom Dienst – kurz CvDs – ist für die Seite eins zuständig. Der oder die kommt um acht, liest erst mal Nachrichtenagenturen und überlegt: Welche Themen gibt es für die Seite eins? Nach der großen Morgenkonferenz hat man dann so drei oder vier Themen.
Dann fragt man rum: Korrespondenten, ob genug dahintersteckt. Die Fotoredaktion, wie man das bebildern könnte. Dann kommt die Konferenz um halb zwei, da stelle ich vor: Wir haben das hier und das und möglicherweise noch das hier. Und ich wäre für dieses Thema. Dann sagen die anderen: Super. Oder sie sagen: Nee, das ist doch vollkommen beknackt. Und dann geht man noch mal in sich.
Ebenfalls lesenswert: Der Interview-Teil, in dem Hillenbrand zugibt, dass auch schon der eine oder andere Praktikant die erste Seiten-Idee hatte.
Und schön ehrlich: Auf die Frage, ob es ihn nerve, dass taz-Titel oft auf witzig reduziert würden, antwortet Hillenbrand: „Ja, schon.“
Papst-Seite gewinnt
Die Abstimmung zur besten taz-Titelseite hat übrigens die schwarze gestaltete „Oh, mein Gott“ gewonnen. Auch wenn sie nicht so einschlug wie die legendäre Bild-Seite: Wir sind Papst. Beide erschienen anlässlich der Wahl von Kardinal Ratzinger zum Papst im Jahre des Herrn 2005.
Zum Schluss: Die Zeile „Münte is Beck“ hat in der nicht repräsentativen Blitzumfrage innerhalb der Textberater.com-Redaktion gewonnen. Der Titel erschien anlässlich der erneuten Kandidatur Franz Münte Münteferings zum Posten des SPD-Parteivorsitzenden.
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Schlagworte: Guter Stil, Journalismus, Kundenzeitschrift, Marketing, Vertrieb
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