Von den Bösen lernen

U-Boot-PR der Atomlobby aufgeflogen

Am Donnerstag 24 September 2009 von Thomas

“Deutschlands ungeliebte Klimaschützer”: Laut Medienberichten ist ein internes Strategiepapier der Atomlobby aufgetaucht, in dem die gezielte Manipulation von Parteien, Journalisten und öffentlicher Meinung geplant wurde.

Spiegel Online präsentiert hier die Eckpunkte aus einem der Redaktion offenbar vorliegenden Schreiben, das die die Unternehmensberatung PRGS verfasst hat: “Kommunikationskonzept Kernenergie – Strategie, Argumente und Maßnahmen.”

Befürworter und Gegner gezielt anpacken

Das Ganze sei im Auftrag von E.on gelaufen. “Das Gesamtziel der vorgelegten Strategie ist es, die politisch-öffentliche Debatte um die Verlängerung der Restlaufzeiten deutscher Kernkraftwerke positiv zu beeinflussen.”

Ziel der PR-Kampagne waren Journalisten, Union und FDP. Und eine „U-Boot-Strategie“ gab es auch. Letztendlich sollten vor allem Stimmen mobilisiert werden, die für die verlängerten Laufzeiten von Atomkraftwerken sprechen. Derzeit steht das Thema politisch irgendwie wieder auf der Kippe, obwohl die Bundesregierung Laufzeit-Beschränkungen bereits beschlossen hat.

Lass die anderen dich loben

Aus der Debatte um die Laufzeiten sollten sich die Energie-Riesen „raushalten“ und dafür lieber mit umweltfreundlichem Image werben.

Erfolgreich sei die Pro-Atom-Strategie dann, wenn der Konzern “beharrlich mit dem Argument Klimaschutz und Versorgungssicherheit den Schulterschluss zwischen Kernkraft und erneuerbaren Energien betont”. Diesen Kurswechsel habe E.on “mit dem Ausbau seiner Erneuerbare-Energien-Sparte bereits eingeleitet”.

Beschaff ein paar „neutrale“ Protagonisten

Vertrauenswürdige Protagonisten gab es auch: Fritz Vahrenholt (ehemaliger SPD-Umweltsenator in Hamburg), Claudia Kemfert (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) oder Norbert Walter (Chefvolkswirt der Deutschen Bank) – sie alle sprachen sich für einen Mix aus Atomkraft und erneuerbaren Energien aus.

An der Journalisten-Front wurde auch recherchiert, wer in welcher Form der Kampagne zuträglich sein könne. Die Rede ist von Befürwortern wie WiWo und Handelblatt aber auch von Kritikern wie taz oder Spiegel.

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