News-Evolution
Übernimmt Google die Redakteurs-Arbeit jetzt ganz?
Am Mittwoch 9 Dezember 2009 von Thomas
„Statische Texte waren gestern – die Zukunft der News gibt es bei Google“, heißt es, wenn es um den neuen Service des Suchmaschinen-Riesen geht. Die Rede ist von dynamischen Geschichten. Der Dienst heißt passender Weise Living Stories und könnte dem Leser das Besuchen von Nachrichten-Seiten ganz ersparen.
Am besten vergleicht man Living Stories wohl mit der Nachrichten-Aufbereitung bei Spiegel Online. Zu einer aktuellen Meldung präsentiert die Nachrichten-Seite allerdings lediglich Hintergründe.
Bei Google Living Stories ist es andersherum: Aktuelle Entwicklungen fließen in die Anzeige zu einer Geschichte mit ein. Was soll das bringen: Aktualisierungen zu einem Thema sollen künftig nicht mehr übersehen werden.
So werden Kommentare, Analysen und Hintergrundberichte nicht wie bisher als eigenständige Nachricht gesehen, sondern zur bisherigen News hinzugefügt. Änderungen können laut googlewatchblog.de ganz leicht über ein Zeitstrahl verfolgt werden.
Bilder, Videos, Hintergrundberichte, Interviews oder Grafiken sollen außerdem mundgerecht präsentiert werden.
Das Projekt, noch in einer Art Beta-Test-Phase, nutzt derzeit Inhalte der “New York Times” sowie der “Washington Post”. In Zukunft sollen dann noch weitere klassische Medien geordert werden, die Inhalte beisteuern.
„Toller Service für Zeitungen“
Ob das die Zeitungen allerdings als Dienst an ihrem Angebot verstehen werden, wie googlewatchblog.de es darstellt, dürfen wir bezweifeln. Jedenfalls gibt es noch keine Informationen, inwieweit die Urheber für ihre Inhalte entlohnt werden.
Mit Living Stories übernimmt nämlich die Maschine die klassische Redakteurs-Arbeit – das Zuordnen von Informationen. Sollte das Projekt eigenen die Versprechen einlösen, entfällt also für den Leser die tiefgründige Recherche auf den Seiten der Zeitungen.
Der gesamte Lesespaß würde auf den Google-Seiten stattfinden. Natürlich verweist Google auch bei den aktuellen Ergänzungen auf die Urheber, also die Verlage.
Aber der von den Verlagen beklagte Punkt, dass Leser lediglich die Überschriften und Auszüge von Artikeln bei Google News lesen und dann nicht weiter klicken, bekommt neue Nahrung.
Und so muss man sich die Sache vorstellen
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Schlagworte: Google, Journalismus
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