Web 2.0 Panorama

USA: Richter und Anwälte sollen keine Facebook-Freunde sein

Am Freitag 11 Dezember 2009 von Thomas

Plädieren auf nicht befreundet: Facebook teilt jetzt Freundschaften neu ein

Plädieren auf nicht befreundet: Facebook teilt jetzt Freundschaften neu ein

„Deswegen nicht sauer sein, wenn ein Richter die Freundschaftsanfrage verweigert“, titelt das Wall Street Journal und präsentiert eine Geschichte von Web 2.0 und Gerechtigkeit. Die Erkenntnis: Community-Freundschaften bedeuten mehr als beispielsweise das Austauschen von Visitenkarten. Jetzt hat Facebook angefangen, „Freundschaften“ zu qualifizieren.

Kennen Sie die US-Serie Boston Legal? Darin pflegte Protagonist und Anwalt Alan Shor (rechts im Bild) eine seiner zahllosen Affären mit einer Richterin.

Das war, jedenfalls in der Serie, kein Grund an der Objektivität der Richterin zu zweifeln. Von einer Facebook-Bekanntschaft war bei Boston Legal bislang nie die Rede. Noch nicht.

Schließlich verhandeln die spleenigen Juristen gerne kontroverse Fälle, die sich in der Regel mit Moral und Political Correctness befassen. Wir dürfen also gespannt sein, wann folgendes Thema satirisch über die Mattscheibe flimmert:

Was ist Freundschaft?

In Florida hat ein Rat für Moralfragen der Juristerei (Judicial Ethics Advisory Committee) eine Richtlinie herausgegeben, die Facebook-Freundschaften zwischen Anwälten und Richtern untersagt.

Wörtlich (übersetzt) heißt es da:

„Das Komitee glaubt, das „Freundschaften“ auf Facebook den Eindruck vermitteln, Anwälte könnten den Richter beeinflussen. … Das Komitee verbietet daher Faceboot-Freundschaften dieser Art.“

Derzeit wird genau das Thema „Was ist Freundschaft“ in den Medien verhandelt. So kritisiert beispielsweise Beziehungs-Forscher Professor Hendrik Speck von der Fachhochschule Kaiserslautern. „Nutzer können nicht die Intensität der Kontakte einstellen.“

Jeder „Freund“ bekomme alle Einträge zu sehen, die eine Person über sich postet – von Karriere-Infos bis Babybilder. Facebook will dieses Problem nun lösen und kündigte diese Woche an, dass Nutzer die Leserschaft ihrer Beiträge künftig genauer festlegen können.

Zum einen gibt es neue Standardeinstellungen, die zwischen eigenen Kontakten, Freunden der Freunde sowie dem gesamten Netzwerk unterscheiden. Zum anderen können Mitglieder die Zielgruppe aussuchen und private Fotos den Kollegen vorenthalten.

Eine entsprechende Aufforderung erschien bereits gestern, sobald man sich bei Facebook einloggte.

Mehr zum Thema:
Nutzer reagieren gelangweilt auf gekaperte Facebook-Gruppen

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3 Kommentare zu “USA: Richter und Anwälte sollen keine Facebook-Freunde sein”

  1. Thomas sagt:

    Schade! Ich meine, das ist sowas von ein Fall für Crain, Pool & Schmidt. Unglaublich, dass die Serie nicht fortgesetzt werden soll…

  2. Marvin S. sagt:

    Die Thematik wird innerhalb dieser Serie wohl nie über die Mattscheibe flimmern, da sie (leider) abgedreht ist.

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