Schlecker

Warum „For You, Vor Ort“ super ist

Am Donnerstag 27 Oktober 2011 von Thomas

Respekt! Immerhin geben andere Unternehmen Millionen aus, um ähnlich viel Diskussionsstoff und Aufmerksamkeit zu erhaschen. Schlecker hat da eine vergleichsweise günstige Lösung gefunden – typisch.

Offensiv freundlich hat die Drogeriemarkt-Kette Schlecker die Diskussion über ihren neuen Slogan “For You, Vor Ort“ aufgenommen. Die Medienberichte überschlagen sich. Die Kommentare auf dem unternehmenseignen Blog auch.

Das sind schon mal zwei gute Neuigkeiten. Bislang wusste man nämlich weder, dass es bei Schlecker ein Blog gab, noch kannte man den alten Slogan.

2:0 für Schlecker.

Echte Stil-Pluspunkte erntet die Kommunikations-Abteilung der Drogeriemarktkette zudem für das – nennen wir es mal Krisenmanagement. Immerhin entwickelte sich in wenigen Tagen ein wahrer Aufmarsch der Möchtegern-Deutsch-Hüter.

3:0 für Schlecker.

Und diese Zeitschrift, die einen persönlichen Brief des Unternehmenssprechers einfach auf Facebook veröffentlichte, hat übrigens keine Unterlassungserklärung bekommen. Dennoch: Das wäre so, als würden Sie, lieber Leser, Emails von Geschäftspartnern oder Kollegen einfach im Social Web veröffentlichen.

0:1 gegen die Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“. Aber immerhin weiß man jetzt auch, dass es diese Zeitschrift gibt. Also ein knappes 1:1 – leider nicht der Endstand. Warum nicht? Weil den meckernden Möchtegern-Sprachhütern, und damit sind nicht nur die Vertreter der Zeitschrift gemeint, Schlecker doch in Wahrheit total egal ist.

Und das wusste bereits Immanuel Kant: Kritiker bauen ihre Zelte neben die Häuser der anständigen Menschen. Und wenn sie fertig kritisiert haben, ziehen sie einfach weiter. Daran ist zunächst mal nichts auszusetzen, es sei denn, man empfindet Scheinheiligkeit als Untugend.

Also: Daumen hoch für Schlecker. Jetzt nur noch schnell Mindestlöhne zahlen, die Filialen gegen Raubattacken sichern und geregelte Arbeitszeiten einführen, und alles wird gut. Komisch eigentlich, dass die deutsche Bildungselite lieber über einen Slogan diskutiert, als über die wichtigen Dinge im Businessleben. Endstand damit 4:0 für Schlecker. Mit dem Slogan „For You, Vor Ort“ hat man auch noch die harten Themen aus der Krisenkommunikation verbannen können.

2 Kommentare zu “Warum „For You, Vor Ort“ super ist”

  1. Danke für diesen Blogbeitrag, der – wenngleich der Gegenwind inzwischen abflaut – gut tut. Die beiden im letzten Absatz angesprochenen Punkte sind häufig genannte Kritikpunkte. Allerdings hat sich auch hier viel verändert.

    Schlecker hat die weitreichendsten Tarifverträge im deutschen Einzelhandel abgeschlossen. Dafür, wie auch für die neuen Management-Methoden (Verhältnis zu Mitarbeitern) wird Schlecker heute öffentlich von ver.di gelobt (siehe dazu auch http://schlecker-blog.com/2011/09/verdi-chef-bsirske-lobt-schlecker).

    Kriminelle Handlungen werden sich nie gänzlich verhindern lassen. Da Schlecker rund 8.000 Märkte in Deutschland betreibt, das sind mehr als doppelt so viele wie alle Wettbewerber zusammen, wird das Thema Überfälle öffentlich stärker sichtbar, als bei Unternehmen mit weniger Filialen. Objektiv und nachweisbar ist die einzelne Schlecker Verkaufsstelle nicht überproportional gefährdet. Dennoch nimmt Schlecker das Thema sehr ernst. Es wurde eine eigene Arbeitsgruppe Sicherheit geschaffen. Außerdem werden die Sicherheitsmaßnahmen konsequent ausgebaut, vor allem auch die Umstellung der Märkte auf das neue Shopkonzept. Dahinter steckt mehr, als nur mehr Licht, breite Gänge und ein neuartiges Farbleitsystem.

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