PR-Skandal: Washington Post enthüllt hausgemachte Verfehlung

Am Montag 6 Juli 2009 von Thomas

Seit sie in den 70ern für die Aufklärung des Watergate-Skandals selbst zu einer Art Denkmal des unabhängigen Journalismus wurde, hat sich an der Aufrichtigkeit der Washington Post scheinbar nichts geändert – außer, dass sie die Skandale jetzt nicht nur selbst aufdeckt, sondern auch selbst produziert.

Print steckt in der Krise. Die Werbeeinnahmen der Tages-Zeitungen schrumpfen. Auch in den USA ist man auf der Suche nach einem einträglichen Geschäftsmodell für das geschriebene Wort.

25.000 Dollar für ein Essen mit Journalisten

Die Idee der Post – ups, wir sollten uns an die verlautbarte Sprachregelung halten – die Marketing-Leute der Washington Post hatten eine Idee. Gegen einen nicht unerheblichen Eintritt könnte man sich zu regelmäßigen Gesprächen mit den Journalisten der Post anmelden.

Ein solches Gesprächs-Essen sollte 25.000 Dollar kosten – Essen inklusive. Das berichtet unter anderem die Süddeutsche Zeitung hier. Das Jahres-Abo mit 11 solcher Treffen hätte mit Rabatt schlappe 250.000 US-Dollar gekostet. Ein Schnäppchen für schlagkräftige Lobbyisten.

Aber aus der Idee der Marketing-Leute der Washington Post wurde nichts. Politico.com brachte die Sache an die Öffentlichkeit. Anschließend klärte die Washington Post den Fall in all seien Facetten selbst auf.

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