Welchen Unternehmen das Web 2.0 was bringen kann
Am Dienstag 1 September 2009 von Thomas
Der Einstieg ins Web 2.0 fällt deutschen Unternehmen schwer. Viele wollen es ganz sein lassen – zu recht: Textberater.com mit einem Kommentar über leeren Hype und echten Nutzen.
Laut der Studie „Social Media Monitor” (350 befragte Unternehmen) wissen mehr als die Hälfte, was Web 2.0 oder Social Media ist.
Allerdings zeigt die Studie, dass 51 Prozent der börsennotierten Unternehmen ein Engagement 2.0 ausschließen. Außerdem gaben hier fast 70 Prozent der Befragten zu, wenig über den Einsatz, die Nutzung und Möglichkeiten des Web 2.0 zu wissen.
Nicht immer alles glauben!
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung sieht den Grund für die zögerliche Haltung darin, dass besonders in Chefetagen das Wissen über die neuen Medien fehle.
Textberater.com meint: Keine Panik! Nur weil ein Spaßvogel unter dem Pseudonym René Obermann twittert, muss der Telekom-Chef ja nicht selbst zum Twitterianer werden. Was sollte das auch bringen?
Die Frage „Was soll das bringen?“ ist der Knackpunkt der ganzen Diskussion. Auch die Studie Social Media Monitor wird natürlich gerne von Kommunikations-Verkäufern, PR-Beratern und Online-Marketing-Spezialisten zitiert. Das Motiv: Dienstleistungen rund ums Web 2.0 an möglichst viele und möglichst große Unternehmen verkaufen.
Es muss in die Kommunikations-Strategie passen
Aber schaut man sich die Liste der im Dax notierten Unternehmen an, findet man nur vereinzelt Ansatzpunkte, Blogs, Community-Profile, Kurznachrichten-Dienste oder Foren-Diskussionen sinnvoll in eine Kommunikations-Strategie der jeweiligen Unternehmen zu integrieren.
Was sollen MAN, Linde, Metro, ThyssenKrupp, Hannover Rückversicherung, Fresenius, Deutsche Börse, BASF – und die Liste ist noch länger – im Web 2.0?
Ohne direkten Kontakt mit Konsumenten und ohne emotionalisierbares Thema kann sich ein Unternehmen gerne auf die klassischen Kommunikations-Kanäle beschränken:
- Investor Relations über Twitter wären albern,
- Quartalszahlen als StudiVZ-Profil wären bestenfalls witzig,
- Unternehmens-Infos bei Xing wären wahrscheinlich vergebene Liebesmüh,
…weil die Adressaten solcher Botschaften keine Zeit haben, sich stundenlang durch Portale zu klicken, News-Feeds zu abonnieren oder Blog-Kommentare zu schreiben.
Wirklich lohnend sind die Anstrengungen der Kommunikation 2.0 für Unternehmen, die:
- den Wert ihrer Produkte durch Kommunikation mit den Konsumenten steigern können (zum Beispiel Verkäufer von Technik und Computer, Handwerker, Dienstleister – kurz: Wenn die Geschichte zum Produkt nicht über ein paar Stichpunkte abzuhandeln ist)
- eine breite Nutzergruppe mit einem interessanten Thema ansprechen können (zum Beispiel Verlage, einzelne Verbände, die Umwelt-Branche, Lebensmittel-Hersteller – kurz: Wenn man etwas zu sagen hat)
- in einer Branche tätig sind, in der man gelebten Zeitgeist demonstrieren muss (zum Beispiel Mode, Möbel, Style – kurz: Wenn der Wert des Produkts durch kurzlebige Trends bestimmt wird)
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