WM sei Dank

Werbemarkt in Deutschland wächst

Am Dienstag 13 Juli 2010 von Christina

Die Fußball-WM hat den deutschen Werbemarkt ins Rollen gebracht: Die Brutto-Werbeausgaben steigen im ersten Halbjahr 2010 um 9,3 Prozent bzw. 993 Millionen Euro.

In Prozentzahlen ausgedrückt wuchs die Online-Werbung laut Nielsen Company am stärksten, nämlich um 27,7 Prozent, was immerhin 998 Millionen Euro entspricht.

Tatsächlicher Sieger unter den einzelnen Medien ist allerdings die Fernsehwerbung: 4,9 Milliarden Euro konnten verbucht werden, was einem Wachstum von 15 Prozent entspricht.

Viel Fernsehwerbung kam dabei von Online-Dienstleistungen: sie steigerten ihre Ausgaben von allen Branchen am stärksten, nämlich um 89 Millionen Euro auf 366 Millionen Euro.

“Der Grund dafür ist, dass die eher onlineorientierten Werber markenaufbauend emotional versuchen, ihre Kunden im Fernsehen zu finden und dann auf ihre Internetangebote zu ziehen”, erklärte Ludger Wibbelt, Geschäftsführer Nielsen Deutschland, in der aktuellen Pressemitteilung (pdf) des Unternehmens.

Verbessertes Wirtschafts- und Konsumklima…

“Das Bruttowerbejahr 2010 entwickelt sich bislang weitaus besser als anfangs viele Prognosen vermuten lassen haben”, so Wibbelt.

Das Plus resultiere einerseits auf den sehr schlechten Zahlen des Vorjahres und andererseits auf der Verbesserung des deutschen Wirtschafts- und Konsumklimas in 2010.

… auch wegen der WM

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2010 für die Werbemaßnahmen in Deutschland, die sich direkt oder indirekt auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 beziehen, 296 Millionen Euro investiert.

Das entspricht laut Nielsen einem Anteil von 2,6 Prozent am gesamten Werbemarkt. Ein Teil davon setzt sich Nielsen zufolge zusammen aus den Sponsorengeldern der offiziellen FIFA-Partnern sowie der internationalen FIFA-Sponsoren, nämlich etwa 60 Millionen Euro.

Der weitaus größere Anteil sei aber aus den Werbekassen der Unternehmen geflossen, die das Thema Fußball und WM in so genannten Ambush-Kampagnen nutzten, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten.

WM-Werbe-Sieger: Männerkosmetik

Jogi Löw hat für Männerkosmetik geworben, genauer gesagt für Nivea-Produkte. Davon hat der gesamte Markt profitiert und wuchs in den ersten sechs Monaten 2010 um 29 Millionen Euro bzw. 44,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

“Nivea, Henkel, L’Oréal und Unilever gehen in die Verlängerung für die lange im Abseits gestandene Zielgruppe der Männer. Anschlusstreffer werden folgen”, prognostiziert Ludger Wibbelt.

Die größten Sparer: Autobranche und Discounter

Am meisten gespart in punkto Werbeausgaben haben laut Nielsen im ersten Halbjahr 2010 die Branchen Auto (minus 45 Millionen Euro), Versicherungen (minus 32 Millionen Euro) und Handelsorganisationen (minus 17 Millionen Euro) und das vor allem bezüglich TV-Werbung.

Die Discounter, die innerhalb der Branche der Handelsorganisationen mit minus 65 Millionen Euro die höchsten Werbereduzierungen vornahmen, sparten mit ihren Werbeschaltungen mit jeweils minus 33 Millionen Euro gleichermaßen bei den Medien Zeitungen und Fernsehen ein.

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