Studie und Einschätzung
Wie die PR zur Schweinegrippe-Impfung versagt
Am Sonntag 18 Oktober 2009 von ThomasDeutschland hinkt den USA wieder hinterher: Beim Thema Schweinegrippe bleiben die Bundesbürger laut aktuellen Studien weiter skeptisch – trotz PR-Steilvorlage in den Medien. Schuld ist die schlechte Image-Arbeit der Bundesregierung.
Medienhandbuch.de spricht von einem kommunikativen Faktennebel, Medien berichten über einen Impf-Skandal: Ursprünglich sei das Gesundheitsministerium davon ausgegangen, dass sich bis zu 22 Millionen Deutsche gegen Schweinegrippe würden impfen lassen.
Doch, anders als in den USA, greift die PR zu Impf-Kampagne nicht – aus verschiedenen Gründen.
Schlechte Informations-Politik
Einerseits scheint der vom Geist der Aufklärung durchdrungene Deutsche nicht allein mit schlagkräftigen Begriffs-Kombinationen aus Schwein und Grippe zu überzeugen sein. Die Menschen wollen Fakten.
Aber die Faktenlage ist schlecht. Bekannt ist lediglich, dass an dem Virus bislang nur eine Handvoll Menschen gestorben ist – weit weniger als bei üblichen Grippe-Wellen.
Für den Rest der Informations-Lage soll eine Regierungs-Webseite sorgen, die jedoch lediglich auf Länderadressen verweist. Zum Schlagwort Schweinegrippe spuckt die Google-Suche zwar massenweise Anzeigen aus. Aber wer kauft schon etwas, von dem er nicht überzeugt ist?
Was Schweinegrippe-PR leisten müsste
Gute PR würde sich TV-Prime-Time und Medien-Titelseiten vornehmen, Antworten geben auf Fragen wie, ob etwa etwas an den Vorwürfen dran sei, dass die hastigen Einkäufe des Impfserums unter dem Druck der Pharma-Konzerne erfolgen.
Was wären die Vorteile einer Impfung? Worin liegen die Gefahren einer Impfung? Wie ist die Lage zur Verbreitung der Pandemie? Wie viele Kranke gibt es in Deutschland und wo?
Regierung mit schlechtem Beispiel voran
Statt mit Antworten brilliert die Regierung mit einem weiteren PR-Desaster. Ein eigens für die Politik-Elite angepasster Impfstoff – ein Skandal, meint auch Spiegel Online.
Die Kanzlerin, die Kabinettsmitglieder sowie Beamte der Ministerien und nachgeordneten Behörden sollen mit einem anderen Impfstoff vor der Schweinegrippe geschützt werden als die deutsche Bevölkerung. Der Impfstoff für die Staatsdiener soll demnach keinen Wirkverstärker enthalten.
Mittlerweile raten Ärzte ihren Patienten von der Impfung ab – wo gibt es denn sowas? Jeder herbstliche Arztbesuch endet doch in der Regel der Übergabe der neuesten Impf-Empfehlungen.
Studie: Deutschland immun
Und so bleibt Schweinegrippe ein Geist. In den USA scheint eine unbekannte Bedrohung bereits zu genügen, um Massenimpfungen zu rechtfertigen. Parallelen zum letzten Irak-Krieg drängen sich auf. Während der US-Bürger von terroristischen Trainings-Camps überzeugt war, die es auszumerzen gelte, blieb Europa skeptisch.
Natürlich regen sich in den USA auch Kritiker an staatlich verordneten Impfungen. Aber dem deutschen Widerstand kommt das nicht annähernd gleich. Meinungsforscher Infratest dimap ermittelte für das ARD-Morgenmagazin:
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Über die Hälfte der Deutschen sieht derzeit keine Notwendigkeit, sich gegen die Schweinegrippe durch eine Impfung zu schützen.
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39 Prozent der Deutschen würden sich auf keinen Fall gegen die Schweinegrippe impfen lassen.
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27 Prozent würde wahrscheinlich nicht zur Impfung gehen.
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19 Prozent der Befragten würden sich wahrscheinlich den Impfschutz abholen.
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Lediglich 12 Prozent haben sich für eine Impfung entschieden.
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Zur PR-Wirkung:
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Nur 18 Prozent der Deutschen lassen sich durch die Schweinegrippe verunsichern.
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4 Prozent der Bundesbürger sind wegen der Schweinegrippe und den Nebenwirkungen einer Schutzimpfung stark verunsichert.
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32 Prozent sind wenig beunruhigt, und jeder Zweite (50%) ist es gar nicht.
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Schlagworte: Krisen-PR, nachhaltige Kommunikation, Pannen, PR-Affäre, Pressearbeit, Studie
5 Kommentare zu “Wie die PR zur Schweinegrippe-Impfung versagt”
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Es kann vor einer Impfung nur gewarnt werden! Es geht doch schon lange nicht mehr nur um den Schutz des Bürgers. Es ist bekannt, dass der H1N1 Virus ein sehr schwacher ist und mit gewöhnlichen Hausmitteln zu heilen ist. Die Toten, welche es in Deutschland gab, waren an anderen schweren Krankheiten erkrankt und sind an diesen gestorben. Man spricht lediglich davon das sie den H1N1 Virus AUCH hatten!
Welche betrügerischen Absichten unsere Regierung verfolgt ist mir nicht bekannt, ich verstehe nur das große Interesse der Pharmakonzerne, die mit dieser Massenimpfung Milliarden verdienen und schon verdient haben.
ich empfehle jedem Mitmenschen sich den Vortrag von Jane Bürgermeister (http://vimeo.com/6845161) einmal anzusehen und sich dann seine eigene Meinung zu bilden. -
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Das Geschäftsmodell Schweinegrippe ist ein ähnlich betrügerisches Geschäftsmodell wie das von Madoff. Das ist der Bundesregierung mit hoher Wahrscheinlichkeit bekannt, und vor diesem Hintergrund ist die Zurückhaltung richtig.

Das alles erinnert mich doch sehr an Orwells Farm der Tiere.
Alle Tiere sind gleich, aber einige sind gleicher.
Sehr viele geschichtliche Ereignisse wiederholen sich ständig, nur wir wollen es nicht bemerken.
Der Betrug ist allgegenwärtig, können wir wirklich nichts dagegen tun?
Oder knechten uns dann nur andere?
Schweinegrippe für die Schweine!