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Wie sich Paid Content durchsetzen wird

Am Dienstag 8 September 2009 von Thomas

US-Studie: Mehrheit Paid Content Anbieter spüren die Medienkrise nicht

US-Studie: Mehrheit Paid Content Anbieter spüren die Medienkrise nicht

Google ist dafür, Blogger-Urgestein Sascha Lobo ist dafür und die großen Verlage sowieso: Leser sollen für Online-Artikel bezahlen. Und Textberater.com weiß auch schon, warum sie es tun werden – eine Frage der Psychologie.

“Deutschland hat die Chance, zum Vorreiter beim Paid Content zu werden”, sagt der Springer Verlag und will noch in diesem Jahr Geld mit Online-Artikeln beispielsweise bei Bild.de verdienen.

Burda ist im Boot. Sascha Lobo ist in der Diskussion zwar wie so oft völlig fehl am Platze, hat sich aber auf Stern.de auch dafür ausgesprochen, dass Nutzer für Online-Artikel bezahlen sollen: „Qualität bleibt nur erhalten, wenn sie bezahlt wird!“

Denken hilft zwar, nützt aber nichts

Und auch wenn wir es uns nicht vorstellen können: So ein kleines Bild.de-Abo schließt man schneller ab, als man denkt.

Denken hilft zwar, nützt aber nichts – das ist nicht nur die Logik hinter der Zukunft des Paid Content. Es ist auch der Titel eines wirklich lesenswerten Buches über die Sinnlosigkeit, sich auf seine Entscheidungen zu verlassen.

The Economist macht es vor

Der US-Autor Ken Ariely beschreibt in seinem Buch „Denken hilft zwar, nützt aber nichts“ einen geschickten Marketing-Trick: Die Tageszeitung The Economist bietet im Internet drei Abo-Angebote an. Nur die Printausgabe für 69 Dollar. Nur die Online-Ausgabe für 125 Dollar, und das Kombi-Paket Online und Print für 125 Dollar.

Ariely glaubte zunächst, einen Fehler im Angebot ausgemacht zu haben. Doch dann begriff er das listige Kalkül dahinter. Wie er nämlich in einem nachgestellten Experiment mit Studenten herausfand, wählte die Mehrzahl das Kombi-Paket (Ja klar, beides zum Preis von dem einem – das ist doch ein Schnäppchen).

Kunden ködern

Kein Schnäppchen, sondern das gezielte Lenken von Kaufverhalten ist der Punkt. Das Angebot 125 Dollar für die Online-Ausgabe allein zu zahlen, sollte nie ins Interesse des Nutzers geraten. Stattdessen diente es als Köder, das Kombi-Paket zu verkaufen. Und derer Kombi-Pakete werden es immer mehr: Will ich nur im Web lesen? Nutze ich Bild.de mit meinem iPhone? Kann ich mir vorstellen, jeden Morgen in der Zeitung zu blättern?

Stellt man den Nutzer vor die Wahl zwischen zwei nur schwer zu vergleichenden Produkten, macht man ihm die Entscheidung schwer (würden Sie sich für Print für 69 Dollar oder Print und Online für 125 Dollar entscheiden? Wahrscheinlich müssten Sie erst überlegen.).

Eine Frage der Alternativen

Fügt man ein drittes Produkt dazu, das sich leicht mit dem einen, aber immer noch schwer mit dem anderen vergleichen lässt, so zieht man die Entscheidungs-Ratio des Nutzers auf den Vergleich der beiden Produkte: Super Angebot und das etwas schlechtere Angebot zum gleichen Preis.

Die Entscheidung fällt schnell. Der Nutzer wählt das Super-Angebot…Verkauft!

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1 Kommentar zu “Wie sich Paid Content durchsetzen wird”

  1. [...] Der Plan würde gut ins Bild passen. Zahlreiche Verlage kündigten bereits an, ihre Inhalte monetarisieren zu wollen. Das wäre das Aus für den bestehenden Google News Service, der davon lebt, dass man frei auf die Artikel in den Medien verlinken kann. [...]