Portrait des PR-Erfinders
“Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben.”
Am Sonntag 4 Oktober 2009 von Thomas
Zigaretten als Damenmode, aufgeschwatzte US-Präsidenten und Inspiration für Nazi-Sprecher Goebbels: Edward Bernays hat in den 20er Jahren die PR erfunden.
Die historisch anmutende Spiegel Online-Sparte Einestages hat den PR-Erfinder portraitiert. Edward Bernays, Neffe von Sigmund Freud, sei heute wenig bekannt.
Dabei gelte er als Vater der modernen Public Relations und sei dafür vom Magazin “Life” in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen des letzten Jahrhunderts gewählt worden.
Gefühle statt Information
Bernays habe den Grundstein der Konsumkultur gelegt, in der Menschen Dinge kaufen, die sie nicht brauchen. Er arbeitete für Eisenhower, Hoover und First Lady Eleanor Roosevelt; General Motors, Procter and Gamble und vermarktete einen von der CIA unterstützten Putsch in Guatemala.
Sein Geheimnis: Bernays setzte nicht auf Informationen, sondern auf Gefühle. Einige seiner Erfolge:
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Bernays machte mit einem beispielhaften “Pfannkuchen-Frühstück” im weißen Haus, zu dem 30 Broadway-Stars eingeladen waren, den bis dahin als hölzern geltenden Calvin Cooldige zum Lieblings-Präsidenten der Amerikaner.
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Als wegen der in Mode gekommenen Kurzhaarschnitte von Frauen die Umsätze der Haarnetz-Hersteller einzubrechen drohten, sorgte Barnays dafür, dass sie in der Lebensmittel-Herstellung zur Pflicht-Garderobe wurde.
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Sein größter Coup aber sei für die amerikanische Tabakindustrie gelungen. 1929 sorgte Bernays dafür, dass die bis dahin als undenkbar geltende rauchende Frau zur Mode-Ikone wurde. Dafür engagierte er eine Horde Feministinnen, die auf der New Yorker Osterparade die “Fackeln der Freiheit” aus ihren Strumpfbändern zogen und genüsslich rauchten.
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Zweifelhafter Erfolg aus heutiger Sicht: Sein Buch Crystallizing Puplic Opinion stand auch in der Bibliothek des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels.
Mode schaffen statt Trends folgenSeine Strategie war oft ähnlich und funktioniert auf dem bewährten Umweg. „Wer Klaviere verkaufen möchte, der preist diese nicht direkt an, sondern er macht das häusliche Musikzimmer mit Hilfe von Stararchitekten zur Mode. Haben die Menschen erst ein Musikzimmer, so das Kalkül des Werbewundermanns, verkaufen sich Klaviere von allein.“
Bernays Credo: Der Propagandist bedient nicht eine Mode, er schafft neue Moden. Public Relations beschrieb der Meinungsmacher so:
“Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Meinungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentlichen Regierungen in unserem Land. Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben.”
Der ganze Artikel zu dem 1995 verstorbenen Vordenker ist hier einzusehen. Wie bei Einestages üblich, gibt’s dazu auch schicke Bilder.
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Schlagworte: PR, PR Strategie, PR-Affäre
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