Geschäftsmodell auf Leser ausweiten
Wird die dpa zum Spiegel Online-Konkurrenten?
Am Mittwoch 9 September 2009 von ThomasDie Idee ist nicht ganz neu, aus dem Material der Nachrichten-Agenturen eine profitable Webseite wie Spiegel Online oder Bild.de zu erstellen. Und jetzt ist die dpa auch drauf gekommen.
Die dpa werde sich künftig für User Generated Content öffnen, sagt Wolfgang Büchner, der Anfang 2010 die Chefredaktion der Nachrichtenagentur übernimmt. Außerdem sollen Konsumenten (Leser) direkt mit der dpa in Kontakt treten können.
“Natürlich können wir als Agentur kein B2C-Geschäft aufbauen”, erklärte Büchner gegenüber Meedia.
„Nicht über unsere Kunden“
“Wir können uns aber sehr stark öffnen für Kommunikation, das halte ich für eine ganz entscheidende Geschichte für eine Nachrichtenagentur. … Wenn die Leute, die mit dpa-Material konfrontiert werden, mit uns in Kontakt treten wollen, dann können sie das auch direkt, das müssen sie nicht nur über unsere Kunden. Diese Türen werden und müssen wir aufmachen.”
Noch ist nicht klar, ob Leser (Unternehmen) Meldungen über sich und andere lesen, kommentieren, schreiben oder bezahlen sollen. Aber vermutlich wird es ein Mix aus allem werden, um das schlecht laufende Nachrichten-Geschäft aufzumöbeln.
Zeitlicher Vorsprung gegenüber Medien-Seiten
Die dpa schaltet im Unterschied zu anderen Medien keine Werbung, da ihre Texte derzeit ausschließlich von Zeitungen und anderen Medien verwertet werden, die für das Nachrichten-Futter eine Pauschale zahlen.
Dabei muss man sich schon wundern, dass die dpa keine eigene News-Seite für den direkten Kontakt zum Leser hat. Beim Konkurrenten Reuters sieht es in Ansätzen schon ganz anders aus.
In der Regel werden dpa-Meldungen eins zu eins von Online-Medien übernommen. Schönschreiber wie Spiegel Online oder die Süddeutsche ändern die Texte oder kombinieren sie mit weiteren Meldungen und Hintergründen, die aber auch auf Agentur-Meldungen zurückgreifen.
Die dpa müsste nur das Gleiche tun, und hätte automatisch einen zeitlichen Vorsprung zu ihren Kunden, weil die ja erst auf die Meldung und die Bilder warten müssen.
Ganz so einfach wird sich das Szenario jedoch nicht darstellen, es sei denn, die dpa will ihre Kunden verjagen beziehungsweise das Internet-Nachrichten-Monopol an sich reißen.
Schlagworte: Journalismus, Social Media, Vertrieb
Dieser Beitrag wurde am Mittwoch 9 September 2009 um 07:00 Uhr von Thomas veröffentlicht und unter News gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Momentan ist weder das Kommentieren noch das Setzen eines Trackbacks möglich.
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